Direkt zum Inhaltsbereich

Polymyalgie? Da helfen Kortikoide

Veröffentlicht:

WIESBADEN (ner). Bei alten Leuten mit plötzlich beginnenden Schmerzen im Schultergürtelbereich kann eine Polymyalgia rheumatica die Ursache sein. Oft werden die Patienten lange erfolglos symptomatisch behandelt, bevor die eigentliche Diagnose feststeht.

Zwar sei die Polymyalgia rheumatica (PMR) mit einer Prävalenz von 0,3 Prozent nur halb so häufig wie die Rheumatoide Arthritis (RA), sagte Professor Wolfgang Schmidt von der Rheumaklinik Berlin-Buch. Aber Internisten sähen diese Patienten häufig.

Typischerweise sind sie über 50 Jahre alt, die bilateralen Schmerzen in den Schultern und manchmal auch im Beckenbereich bestehen seit zwei Wochen, wobei es sich weniger um einen Gelenkschmerz als einen Schultergürtelschmerz handelt. Weiter geben die Patienten eine Morgensteifigkeit von mindestens 45 Minuten an.

Polymyalgie tritt oft gemeinsam mit Arteriitis temporalis auf.

Die BSG ist beschleunigt, der CRP-Wert erhöht. Und: Ganz typisch ist das gute Ansprechen auf ein oral einzunehmendes Kortikoid. Initialdosis ist 1 mg / kg KG, die langsam auf eine auszutestende Erhaltungsdosis reduziert wird. Spritzen mit Lokalanästhetika oder NSAR in die Schultern bringen meist nicht viel.

Differenzialdiagnostisch müsse an RA, einen Tumor oder Polymyositis gedacht werden, so Schmidt. Bei der viel selteneren Polymyositis bestehe aber eine Muskelschwäche, der CK-Wert ist erhöht und Prednisolon schlägt nur langsam an.

In der Schulter-Sonografie sind bei PMR Bursitiden und Ergüsse zu sehen. Teure bildgebende Verfahren wie Kernspintomografie sind für die Diagnostik meist nicht erforderlich. Zu beachten ist, dass die PMR in 15 Prozent der Fälle gemeinsam mit einer Arteriitis temporalis auftritt. Umgekehrt haben 40 Prozent der Patienten mit Arteriitis temporalis eine PMR.

Mehr Infos zu Rheuma im Web unter: www.rheumanet.org

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Differenzialdiagnostik bei Enthesiopathie

Wann Sehnenbeschwerden wahrscheinlich rheumatisch bedingt sind

Kommentar zu Folgen nach Borrelien-Infektion

Verworren verwirrende Krankheitsbilder

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Eine harte Nuss zu knacken

Kasuistik: Nussallergie führte auf die falsche Fährte

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Deprescribing PPI

Protonenpumpenhemmer absetzen: Wie das am besten gelingt

Lesetipps
Eine Ärztin spricht mit einer älteren Patienten. Die Patientin lächelt.

© StefaNikolic / stock.adobe.com

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Ein Arzt spricht mit einer Patientin

© K Davis/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview

Patient mit Mundgeruch: Wie Sie das im Patientengespräch ansprechen

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa und verschränkt ihre Arme, um ihre Hände auf die Brust zu legen.

© Yauhen / Stock.adobe.com

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen