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Breites Therapiespektrum bei Fibromyalgie

Fibromyalgie belastet die Patienten körperlich und seelisch - sie ist real, erkennbar und es gibt Therapie-Optionen. Eine neue Leitlinie gibt Hilfestellung.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:

Die Behandlung von Menschen mit Fibromyalgie hat drei Ziele: Schmerzreduktion, Funktionsverbesserung und Reduzierung der Begleitsymptome. Dafür sind medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen erforderlich. Beispiele für Therapieansätze enthält die kürzlich veröffentlichte S3-Leitlinie zur Fibromyalgie. Sie ist das Ergebnis der Sichtung eines extrem umfangreichen und vielschichtigen Katalogs vorgeschlagener Maßnahmen. Dr. Michael Späth aus München nannte Beispiele beim Rheuma-Kongress in Berlin.

Auch Physiotherapien sind geeignete Maßnahmen

Einen Evidenzgrad von 1a bis 2c haben demnach physiotherapeutische Maßnahmen wie die medizinische Trainingstherapie, Magnetfeldtherapie, Lasertherapie, Ultraschall, Reizstrom und transkranielle Magnetstimulation sowie zeitlich befristet auch Balneo- und Spa-Therapie, Chirotherapie, Osteopathie, Ganzkörperwärme- oder -kältetherapie und Lymphdrainage. Andere physikalische Maßnahmen wie die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), Elektrokrampftherapie oder Tenderpoint-Injektion werden nicht empfohlen. Bei den chirurgischen Maßnahmen ist sogar deutlich vermerkt, dass sie nicht erfolgen sollten.

Empfehlenswert: Arzneien und Psychotherapie

Von den psychotherapeutischen Verfahren werden vor allem eine Verhaltenstherapie (1a), aber auch Entspannungstherapie (2b als Monotherapie), Hypnose oder geleitete Imagination (2b) und das therapeutische Schreiben (2b) empfohlen.

Mit einer Evidenz von 1a bis 2b empfohlene Medikamente sind nach Angaben von Späth:

  • trizyklische Antidepressiva (TZA),
  • selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI),
  • Opioide wie Tramadol - mit oder ohne zusätzlich Paracetamol,
  • die zeitlich befristete Gabe von Duloxetin, Pramipexol, Pregabalin oder 5-HT3-Rezeptorantagonisten.

Nicht empfohlen seien dagegen Moclobemid, NSAR, Paracetamol allein, Metamizol und Natriumoxybat. Und nicht eingesetzt werden sollten Hypnotika, Anxiolytika, Neuroleptika, DHEA, Virostatika, Wachstumshormon, Glukokortikoide und Calcitonin.

Späth relativierte bei dem Symposium von Pfizer: "Leitlinien sind stets dadurch limitiert, dass sie nur die Literatur bis zu einem gewissen, zum Erscheinungstermin bereits Jahre zurückliegenden Stichtag erfassen können." So sei Pregabalin "nur" mit einer Evidenz 2b für die kurzfristige Gabe empfohlen worden. Aktuelle Studien zu dem Antikonvulsivum - auch mit längerer Studiendauer - seien hierbei aber noch gar nicht berücksichtigt, betonte der Experte.

Die Leitlinien gibt es im Internet: www.dgrh.de/leitliniefms.html

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