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Ärzte Zeitung, 22.05.2009

Bei Tendopathien helfen oft schon Einlagen

Chronische Sehnenbeschwerden bei Sportlern werden offenbar nicht durch Entzündungen ausgelöst. Daher kommt man mit einer antientzündlichen Therapie meist nicht weiter.

Von Thomas Meißner

Bei Tendopathien helfen oft schon Einlagen

Läufer mit Tendopathien sollten zunächst den Auslöser der Beschwerden vermeiden.

Foto: imago

POTSDAM/FREIBURG. Haben Sportler chronische Sehnenbeschwerden, ist bei ihnen nur ausnahmeweise eine antientzündliche Behandlung indiziert. Günstiger ist stattdessen eine aktivierende Therapie. Denn es gibt nach Angaben von Sportmedizinern aus Potsdam und Freiburg keine histologischen Hinweise darauf, dass lokale Entzündungsreaktionen vorliegen.

Vielmehr scheinen Mikrorupturen, Kollagenveränderungen und das Einsprossen Substanz-P-positiver Nervenendigungen maßgeblich für die chronischen Sehnenbeschwerden bei sportlich aktiven Menschen zu sein, schreiben Professor Frank Mayer aus Potsdam und seine Kollegen in der "Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin" (59, 2008, 251).

Meist stellen sich die Patienten erst spät beim Arzt vor. Charakteristisch sind Schmerzen zu Beginn der Belastung sowie bei zunehmender Intensität. Die Schmerzen treten häufig an der Achillessehne auf, an der Patellasehne, der Quadrizepssehne, den Sehnen des M. tibialis posterior und des M. extensor carpi radialis, dem Tractus iliotibialis und den Sehnen der Rotatorenmanschette.

Wichtig ist zunächst, Auslöser der Beschwerden zu vermeiden. Therapeutischer Standard sind lokale physiotherapeutische und physikalische Verfahren wie Querfriktionen, Kühlung mit Eis und die Ultraschallbehandlung. Querfriktionen sollen die Weichteile mobilisieren und Adhäsionen lösen, Ultraschall als Mechanotherapie die Kollagensynthese in den Fibroblasten anregen. Hinzu kommen sensomotorisches Training und exzentrische Belastungen.

Mayer und seine Kollegen betonen, dass die neuen Erklärungsmodelle von Tendopathien sich therapeutisch in gewisser Weise bestätigt haben. So sei nachgewiesen worden, dass sich unter exzentrischen Belastungen der Achillessehnendurchmesser und intratendinöse Läsionen verringern.

Steroide sind nur ausnahmsweise zu verordnen!

Vermutlich zerstören die mechanischen Belastungen die freien Nervenendigungen. Per Farbdopplersonografie hat man beobachtet, dass die Neovaskularisation vermindert und die Sehnenstruktur homogenisiert wird. Allerdings stehe dafür noch der histologische Nachweis aus.

Bei Tendopathien der unteren Ex- tremität empfehlen die Kollegen außerdem, die Schuh- und Einlagenversorgung zu optimieren. Das hat weniger mechanische Auswirkungen, vielmehr wird die oft rasche Beschwerdeminderung mit sensomotorischen Mechanismen erklärt. So könnten die sensorischen Afferenzen moduliert werden.

Protagonisten dieser Therapieform gehen davon aus, dass die neuromuskuläre Regulation der Bewegung aktiv beeinflusst werden könne, was die dynamische Gelenkstabilität und die Körperhaltung verbessere.

Die nach wie vor häufig angewendeten entzündungshemmenden Substanzen wie nichtsteroidale Antirheumatika oder Kortikosteroide sollten künftig nur ausnahmsweise verordnet werden, so die Empfehlung von Mayer. Dabei komme es weniger auf die Entzündungshemmung als auf die analgetische Wirkung an, mit der die Physio- und Trainingstherapie unterstützt wird.

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