Ärzte Zeitung, 28.04.2009

Dicke Achillessehne nach Sport - was tun?

Übergewichtige mit vorwiegend sitzender Tätigkeit sind besonders gefährdet, als Freizeitsportler ihre Achillessehne übermäßig zu belasten: Es kommt zu druckschmerzhaften Schwellungen an den Sehnen.

Druckschmerzhafte Verdickung an der Achillessehne oberhalb des Sehnenansatzes an der Ferse.

Von Thomas Meißner

Adipöse, meist ältere Gelegenheitssportler kommen häufig mit Achillessehnenbeschwerden (Achillodynie) zum Arzt. Ursachen der Beschwerden sind, abgesehen vom Übergewicht, oft abrupte Belastungssteigerungen oder ungeeignetes Schuhwerk. Der Sehne drohen degenerative Schäden.

So stellte sich am Klinikum Neumarkt in der Oberpfalz eine 64-jährige Patientin mit seit Monaten bestehenden schmerzhaften Schwellungen an beiden Achillessehnen vor. Vier Zentimeter oberhalb des Ansatzes an der Ferse waren die Sehnen druckschmerzhaft verdickt. Privatdozent Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle aus Neumarkt bestätigten sonografisch die Diagnose einer Tendinitis (MMW 8, 2009, 5).

Unter dem Begriff Achillodynie werden eine ganze Reihe von Erkrankungen der Achillessehne, der umgebenden Weichteile sowie des Knochens zusammengefasst. Dazu zählen zum Beispiel die Paratendonitis, die Tendinitis, die Tendinose mit Teilruptur der Sehne, die Insertionstendopathie oder lokale Schleimbeutelentzündungen.

Schwellung der Achillessehnen an beiden Füßen einer 64-jährigen Frau. Im Sonogramm wurde eine kolbige Austreibung sichtbar, die zur Diagnose Tendinitis führte. Fotos (2): Alexander Schuh/Wolfgang Hönle

Die davon betroffenen Freizeitsportler seien meist deutlich über 30 Jahre alt mit vorwiegend sitzenden Tätigkeiten und ungesundem Ernährungsverhalten, so Schuh und Hönle. Sport werde nicht ganz regelmäßig getrieben.

Die Orthopäden warnen vor degenerativen Schäden in der Sehne, wie sie bei repetitiven Mikrotraumen, Durchblutungsstörungen, Bewegungsmangel und Fehlbelastungen auftreten können, gerade wenn eine Adipositas und Stoffwechselerkrankungen vorliegen.

In der akuten Phase der Erkrankung raten die Orthopäden zur Sportpause oder zur Änderung des Trainings mit reduzierter Achillessehnenbelastung. Im Vordergrund stehen lokale oder systemische Antiphlogistika sowie die Kryo- und Elektrotherapie.

Achillessehnenbandagen mit Fersenerhöhung und Silikonpolstern reduzieren durch die dann bestehende leichte Spitzfußstellung die Schmerzen.

Später können physiotherapeutische Maßnahmen wie Stretching, Muskeldetonisierung, Massagen, Ultraschall oder eine extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) verordnet werden. Von Infiltrationen der Achillessehne raten die Kollegen ab.

Ultima Ratio ist die Operation, bei der Adhäsionen gelöst und Nekrosen der Achillessehne ausgeschnitten werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »