Direkt zum Inhaltsbereich

Das gibt's: Karpaltunnelsyndrom bei Kindern

Es ist ein typisches Krankheitsbild, das bei Erwachsenen auftritt: das Karpaltunnelsyndrom. Gelegentlich kann das Syndrom aber auch bei Kindern vorkommen, wie der Fall eines vierjährigen Mädchens belegt, bei dem der Verdacht sich bei einer Operation bestätigte.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

STARNBERG. Andauernde Schlafprobleme eines vierjährigen Mädchens hatten ihre Ursache in heftigen Schmerzattacken in einer Hand. Der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom bestätigte sich bei der Operation.

Die Symptome waren typisch: wiederkehrende Schmerzattacken, wobei der ersten drei Finger taub wurden; durch Schütteln der Hand konnte das Mädchen die Symptome lindern. Der Starnberger Handchirurg Dr. Michael Strassmair fand jedoch bei der klinischen Untersuchung keine Auffälligkeiten. Auf Nachfrage gab das Mädchen ein allenfalls mildes Taubheitsgefühl im Daumen der betroffenen Hand an, wie Strassmair in der Zeitschrift "Orthopädie & Rheuma" (5, 2009, 72) berichtet.

Wegen des Alters des Kindes verzichtete Strassmair in Absprache mit den Eltern auf die invasive Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Stattdessen erfolgte eine Kernspintomografie in einer offenen Extremitätenspule ohne Narkose.

Auf den Bildern war ein tumoröses Gebilde am Boden des Karpalkanals zu erkennen. Bei der Operation mit Spaltung des Retinaculum flexorum fand Strassmair zwischen den tiefen Beugesehnen und dem Os capitatum ein großes synoviales Ganglion, das er entfernen konnte.

Der weitere Verlauf war komplikationslos. Die Schmerzattacken traten nicht mehr auf, auch nach 18 Monaten war kein negativer Einfluss des Eingriffs auf das Handwachstum festzustellen. Das Fazit Strassmairs: Ein typisches Krankheitsbild bei Erwachsenen kann gelegentlich auch bei Kindern auftreten.

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch chronischen Druck auf den Nervus medianus im Karpaltunnel. Frauen sind etwa zehnmal häufiger betroffen als Männer, bevorzugt zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr oder in der Schwangerschaft. Es kommt aber auch relativ häufig bei Arthrose-Patienten im fünften oder sechsten Dezennium vor. Meist ist die Arbeitshand betroffen, oft jedoch auch beide Hände.

Auslöser eines Karpaltunnelsyndroms sind wiederholte Belastungen des Handgelenks mit erheblichen Beuge- und Streckbewegungen, hormonelle Ursachen, Flüssigkeitseinlagerungen bei Stoffwechselerkrankungen oder knöcherne Einengungen nach Knochenbrüchen.

Die falsch positionierte Tastatur eines Computers kann ebenso zu Reizungen und einem Anschwellen der Sehnenscheiden führen wie ein Fahrradlenker, der falsch eingestellt ist.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit anderen nichtoperativen Therapien

Was bringt die Hydrodilatation bei Schultersteife?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis