Direkt zum Inhaltsbereich

Baker-Zyste - manchmal muss sie doch raus

Wenn die arthroskopische Sanierung bei Patienten mit Baker-Zyste wirkungslos bleibt, ist die offene Operation unumgänglich.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
(Links) Im Röntgenbild bei einem 51-Jährigen ist allenfalls eine Weichteilverdichtung durch die Zyste zu erkennen. (Mitte) Das sagittale MRT-Bild offenbart dann doch eine Baker-Zyste. (Rechts) Das koronare MRT-Bild zeigt den zur dorsomedialen Kniegelenkkapsel ziehenden Zystenstiel.

(Links) Im Röntgenbild bei einem 51-Jährigen ist allenfalls eine Weichteilverdichtung durch die Zyste zu erkennen. (Mitte) Das sagittale MRT-Bild offenbart dann doch eine Baker-Zyste. (Rechts) Das koronare MRT-Bild zeigt den zur dorsomedialen Kniegelenkkapsel ziehenden Zystenstiel.

© Dr. Stephan David

LUTHERSTADT WITTENBERG. Auslöser der sekundären Baker-Zysten sind Kniebinnenschäden wie Meniskusläsionen oder Knorpeldefekte. Der Erguss-bedingt erhöhte Kniebinnendruck führt zu Aussackungen der Gelenkkapsel.

Bei Patienten mit symptomatischen Baker-Zysten kommt es daher darauf an, zunächst den Kniebinnenschaden zu beheben, da ansonsten mit erneuten Beschwerden gerechnet werden muss. Die Persistenzrate von Baker-Zysten nach arthroskopischer Sanierung wird mit 16 bis 55 Prozent angegeben.

Die Zyste selbst ist meist asymptomatisch und braucht im Allgemeinen nicht entfernt zu werden (Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme 2007).

Zyste kam spontan wieder

Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. So etwa bei einem 51-jährigen Mann mit chronischen Kniegelenksbeschwerden links wegen eines bekannten degenerativen Schadens des medialen Meniskus, berichtet Dr. Stephan David vom Evangelischen Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift in Lutherstadt Wittenberg (Orthopädie & Rheuma 2011, 3: 58).

Nach ambulanter Arthroskopie mit Sanierung des Hinterhornschadens wurde der Patient nicht beschwerdefrei, die Zyste kam spontan wieder.

Die große Baker-Zyste (Durchmesser 8 cm) wird in Blutsperre und Bauchlage über einen dorsalen Zugang zum Kniegelenk entfernt.

Die große Baker-Zyste (Durchmesser 8 cm) wird in Blutsperre und Bauchlage über einen dorsalen Zugang zum Kniegelenk entfernt.

© Dr. Stephan David

David und seine Kollegen entfernten sie nun offen über einen dorsalen Zugang. Es handelte sich um eine Zyste mit einem Durchmesser von acht Zentimetern und einem von der dorsomedialen Gelenkkapsel ausgehenden Zystenstiel.

Nach der Operation durfte der Mann das Bein über vier bis sechs Wochen nur vorsichtig voll belasten. Der postoperative Verlauf war komplikationslos.

Bei den Poplitealzysten (Baker-Zysten) kann grundsätzlich zwischen primären und sekundären sowie zwischen Distensions- und Dissektionszysten unterschieden werden. Distensionszysten entstehen aufgrund des erhöhten Kniebinnendrucks bei Kniegelenkserguss wegen vorhandener Binnenschäden.

Rupturen oder Ventilwirkung

Die Gelenkkapsel sackt aus, wobei der Verbindungsgang unter Umständen wie ein Ventil wirken kann, sodass der Erguss nur in eine Richtung, nämlich Richtung Bursa, ablaufen kann. Bei Dissektionszysten besteht keine dauerhafte Verbindung zwischen Bursa und Gelenkkapsel. Rupturen sind möglich.

Primäre Zysten bei Kindern sollen mit einer Prävalenz von 2,4 Prozent vorkommen, sind aber meist asymptomatisch. Viel häufiger sind wegen der degenerativen Kniegelenksschäden sekundäre Baker-Zysten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Heilmittel-Report 2026

Blankoverordnung bei Heilmitteln: Warum Entlastung Leitplanken braucht

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Galenus-Kandidat 2026

Verlangsamte Progression der Duchenne-Muskeldystrophie

Gelenkersatz

Studie bestätigt lange Haltbarkeit moderner Hüft-TEP

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Lesetipps
Ärztin untersucht einen Mann an der Schulter

© New Africa / stock.adobe.com

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen