Ärzte Zeitung, 17.01.2012

Sport nach Hüft-TEP: Implantat nicht entscheidend

VANCOUVER (EO). Ob und wie rasch ein Patient nach Hüft- oder Knie gelenkersatz-Op wieder Sport machen kann, hängt offenbar nicht vom Implantat und auch nicht vom gewählten Op-Verfahren ab.

Was zählt, sind einer kanadischen Studie zufolge vielmehr Faktoren, die den Patienten selbst betreffen: vor allem Alter, Geschlecht und BMI.

In der retrospektiven Studie wurden die Daten von 736 Patienten im Alter von 25 bis 93 Jahren ausgewertet, die sich verschiedenen Arthroplastieverfahren unterzogen hatten (Clin Orthop Relat Res 2012; 470: 555-561).

Als Maßstab für die wiedererlangte Aktivität diente der UCLA-Score. In diesem erreichten 12 Prozent der Patienten unmittelbar nach der Op den Referenzwert von mindestens 7 - dieser steht für ein Aktivitätsniveau, das etwa regelmäßigem Fahrradfahren entspricht.

Patientenseitige Faktoren entscheidend

Dieser Anteil stieg innerhalb des einjährigen Follow-up auf 37 Prozent. Dabei war es unerheblich, ob eine Metall-auf-Metall- oder Metall-auf-Polyethylen-Technik gewählt wurde, ob ein Oberflächenersatz oder eine totale Arthroplastie zum Einsatz kam und ob es sich um einen primären oder einen Revi sionseingriff handelte.

Sehr wohl eine Rolle spielten dagegen patientenseitige Faktoren. So waren jüngeres Alter, männliches Geschlecht und BMI in hohem Maße prädiktiv für das Erreichen eines UCLA-Werts von 7 und mehr, eben so das Aktivitätsniveau vor der Op.

Auch präoperative Schmerzen, gemessen mit dem WOMAC-Pain-Score, waren prognostisch aussagekräftig, jedoch nur für Hüftarthroplastien.

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