Bechterew

Ermüdender Schmerz

Viele Patienten, die an Morbus Bechterew erkrankt sind, leiden unter Fatigue. Die Ursache dafür ist offenbar vielmehr der Schmerz statt Angst und Depression, wie britische Forscher nachgewiesen haben.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Rückenschmerzen: Bei Patienten mit einem Morbus Bechterews ist der Schmerz offenbar stark mit einer begleitenden Fatigue assoziiert.

Rückenschmerzen: Bei Patienten mit einem Morbus Bechterews ist der Schmerz offenbar stark mit einer begleitenden Fatigue assoziiert.

© K. Dobler / fotolia.com

SWANSEA. Um den Zusammenhang zwischen Morbus Bechterew und Fatigue näher zu ergründen, haben Forscher von der Swansea University in Großbritannien insgesamt 385 Patienten, die an Morbus Bechterew litten, mit einem Fatigue-Questionnaire befragt, dem "Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index" (BASDAI).

348 der Befragten sandten den Bogen zurück. Dabei zeigte sich, wie verbreitet die Fatigue war: 171 litten an leichter, 177 an schwerer Fatigue - auf einer Skala von 1 bis 100 lag ihr Wert höher als 50 (Semin Arthritis Rheum 2012).

Ein Drittel der Teilnehmer berichtete, es gebe nichts, was ihre Fatigue lindern könnte. Andere Patienten äußerten, Medikamente, Sport oder Ausruhen würden ihnen helfen.

Als Hauptfaktor waren Schmerzen mit der Fatigue assoziiert, wohingegen beispielsweise Depressionen kaum ins Gewicht fielen. Allerdings erklärten diese Zusammenhänge nur rund 40 Prozent der Variation in den Fatiguegraden.

TNF-alpha-Hemmer reduzieren Schmerz und Fatigue

Als besonders wirksam erwies sich eine Therapie mit TNF-alpha-Hemmern, sowohl was die Fatigue, als auch was die Schmerzen anging.

Im Vergleich zur Zeit vor Beginn dieser Behandlung betrug die Reduktion - wiederum eine 100er-Skala von schmerzfrei (0) bis stärkste Beschwerden (100) zugrunde gelegt - in beiden Parametern gut 14 Punkte.

Eine vergleichbare Minderung war bei Bechterew-Patienten, die keine TNF-alpha-Blocker bekamen, nicht festzustellen.

"Nicht Angst oder Depression, sondern Schmerzen sind am stärksten mit der Fatigue von Bechterew-Patienten assoziiert", schreiben die Autoren der aktuellen britischen Studie in ihrem Resümee.

Um die Fatigue zu bessern, müssten den Maßnahmen zur Senkung der Krankheitsaktivität daher auch ein Schmerzmanagement sowie eine aktive antientzündliche Therapie beigestellt werden.

Quelle: www.springermedizin.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diagnostik bei Kindern

Kombination aus FAST und AST: sensitiver Score bei stumpfem Bauchtrauma

Weniger Schmerzen

Orthese bei Kniearthrose könnte hilfreich sein

Kommentare
Wolfgang Ebinger 25.09.201208:50 Uhr

Büro-Hilfsmittel bei MB

Die Liste der Büro-Hilfsmittel für MB-Betroffene ist nicht sehr lang, daher möchte ich an dieser Stelle einmal auf ein REHADAT-Produkt verweisen, das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Seit einiger Zeit gibt es dort den sog. "DESK-DESK", das ist ein mobiler Aufsatz für alle, die keinen komplett höhenverstellbare Schreibtisch haben. Diese Konstruktion bringt den Benutzer dazu, ab und zu aufzustehen, um Arbeitsvorgänge auf der erhöhten Ebene zu vorzunehmen, z. B. zu telefonieren, Akten durchzusehen oder Schreibarbeiten zu erledigen. Der "Hilfsstehtisch" ist dabei so stabil gebaut, dass sich auch ein MB-Patient komplett darauf abstützen kann.
Wer mehr wissen will, der schaue bei www.rehadat.de oder direkt auf www.desk-desk.de nach.

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps
Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft