Direkt zum Inhaltsbereich

Hüft-MRT

Überraschende Befunde bei Gesunden

Schiebt man gesunde Menschen durch eine Kernspin-Röhre, kommt so einiges zum Vorschein. US-Forscher entdeckten bei sieben von zehn Untersuchten Veränderungen der Hüfte.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Befunde wie diese aseptische Hüftkopfnekrose links (Pfeil) sind in der MRT gut sichtbar.

Befunde wie diese aseptische Hüftkopfnekrose links (Pfeil) sind in der MRT gut sichtbar.

© Peter Lau; Encyclopedia of Pain 2007

VAIL. Wie viele Veränderungen an der Hüfte liegen eigentlich schon vor, wenn noch gar nichts weh tut?

Dieser Frage sind US-Forscher um Brad Register aus Vail nachgegangen (Am J Sports Med 2012; online 25. Oktober).

Sie unterzogen 54 Probanden ohne Hüftschmerz, Symptome, Verletzungen oder frühere Op einer MRT (3-T-Scanner) mit wechselnden Seiten.

Für die Beurteilung durch die Radiologen wurden zum Zwecke der Verblindung 19 Bilder symptomatischer Patienten untergemischt. Eine Abnormalität wurde als solche registriert, wenn zwei der drei Radiologen diese erkannten.

Knochenvorsprünge bei Männern häufiger

Bei den im Durchschnitt 38-jährigen Probanden zeigten sich in den Hüft-MRT-Bildern am häufigsten Risse der Gelenklippe (69 Prozent). Knorpeldefekte wurden bei 24 Prozent sichtbar, fibrozystische Veränderungen am Femurkopf-/-halsübergang bei 22 Prozent.

Knochenvorsprünge am Schenkelhals fanden sich bei 20 Prozent, subchondrale Zysten bei 16 Prozent, Zysten im Bereich der Gelenklippe bei 13 Prozent, Knochenödeme der Gelenkpfanne bei 11 Prozent, Pfannenrandfrakturen bei ebenfalls 11 Prozent und Risse des Hüftkopfbandes bei 2,2 Prozent.

Zwei der Veränderungen waren signifikant mit dem Alter verknüpft: Personen über 35 Jahre hatten rund 14-mal häufiger Knorpeldefekte und rund 17-mal mehr subchondrale Zysten.

Und auch ein Geschlechtsunterschied trat zutage: 8,5-mal so viel Männer wie Frauen hatten Knochenvorsprünge. Zudem zeigten sich insgesamt Zusammenhänge zwischen einem Cam-Impingement und Gelenklippen- sowie Knorpelveränderungen.

Vorboten einer Arthrose?

Teilnehmer mit knöchernen Abnormalitäten, die auf ein Impingement hinweisen (Knochenhöcker, fibrozystische Veränderungen und/oder Pfannenrandödeme) hatten zu 95 Prozent auch Gelenklippenrisse.

Nun stellt sich die Frage, ob all diese MRT-Befunde bei asymptomatischen Personen stille Vorboten einer späteren Arthrose sind oder ob es sich dabei wenigstens zum Teil um ganz normale Alterungsprozesse handelt.

Jedenfalls mache die Studie deutlich, so die Autoren, wie gefährlich es ist, einem Patienten lediglich auf Basis der Ergebnisse bildgebender Verfahren zu einer Operation zu raten, ohne das klinische Bild zu berücksichtigen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übersicht und Metaanalyse

Probiotika könnten Arthrose-Beschwerden lindern

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Ansprechen untersucht in unabhängigen radiologischen Reviews nach RECIST-v1.1-Kriterien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [13]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Diagnose und Therapie erfordern orthopädische und onkologische Expertise

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt