Ärzte Zeitung, 13.12.2012

Skoliose

Ein Implantat wächst mit

Schwere Formen einer Wirbelsäulenverkrümmung bei Kindern können jetzt mit einem mitwachsenden Implantat begradigt werden.

BERLIN. Ein neuartiges Implantat kann Kindern mit schwerer Skoliose viele Operationen ersparen, berichtet die Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Aufgrund des Wachstums zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr müssen Betroffene bisher alle sechs Monate operiert werden. Erstmals wurde jetzt in der Charité ein Kind mit dem mitwachsenden System versorgt.

Damit muss im Idealfall nur zweimal operiert werden: zur Implantation und nach Beendigung des Wirbelsäulenwachstums.

Bei der Op werden zunächst am oberen und unteren Ende der Krümmung der Wirbelkörper Schrauben eingebracht. Diese enthalten Öffnungen, durch die dann ein Stab eingesetzt wird. Die Wirbelsäule kann dann an diesem Stab entlang in gesunder Form weiterwachsen.

Das System ist für Kinder zwischen drei und zehn Jahren zugelassen. An Skoliose leiden rund 800.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland. Schwere Verkrümmungen bedingen erhebliche Gesundheitsgefahren, weil in Brust- und Bauchhöhle der Platz für die Organe nicht reicht. Jährlich müssen daher etwa 230 Kleinkinder mit Skoliose operiert werden. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »