Studie aus Münster

Fahrradunfälle häufiger als gedacht

In der "Fahrradstadt" Münster mussten in einem Jahr 1800 verunglückte Radler stationär behandelt werden. Doch zwei Drittel davon tauchen in keiner Polizeistatistik auf.

Veröffentlicht:

MÜNSTER. In Münster kommen auf 270.000 Einwohner etwa 400.000 Fahrräder, auf diese schwingt man sich täglich insgesamt 450.000-mal.

Die Risiken sind höher als vermutet: Bei den Unfällen hat man bisher nur die Spitze des Eisbergs gesehen, berichtet Dr. Christian Juhra von der Uniklinik Münster (Injury 2012; 43: 2026).

So wurden von Februar 2009 bis Januar 2010 in Münster nur 723 Fahrradunfälle mit Personenschaden aktenkundig. In den Notfallambulanzen der sechs Münsteraner Kliniken hatten sich in dieser Zeit jedoch 1800 verletzte Radler vorgestellt.

Bei der Lokalisation der Verletzungen dominierte außer den Gliedmaßen der Kopf: Arme waren zu 37 Prozent betroffen, Beine zu 30 Prozent, der Kopf zu 25 Prozent (Schädel-Hirn-Traumata: 4,5 Prozent).

Nur 3 Prozent der Patienten mit Schädelverletzungen hatten beim Unfall einen Helm getragen; insgesamt waren 8,4 Prozent Helmträger. Unter den Unfallursachen waren Zusammenstöße mit Autos führend.

Aber auch Stürze ohne äußere Ursache kamen oft vor. Stürze gab es, nicht nur wie zu erwarten, bei den Verkehrsteilnehmern unter 9 und über 60 Jahren, sondern auch in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen.

Bei Letzteren ereigneten sich die spontanen Stürze häufig zu nächtlicher Stunde. Die Autoren vermuten eine Hauptursache im Alkohol. In Deutschland liegt die Grenze für das Lenken eines Kraftfahrzeugs bei 0,5 Promille, Radfahren ist jedoch bis zu einem Pegel von 1,6 Promille erlaubt.

Dies veranlasst viele Partygänger, sich auch noch nach einigen Bier auf den Sattel zu schwingen - mit oft schmerzhaften Folgen. Eine Anpassung der Promillegrenze sollte man daher zumindest in Erwägung ziehen, fordern die Münsteraner Ärzte. (St)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kasuistik

Rezidivierende Tumorbildung im linken Unterkiefer

Diagnostik bei Kindern

Kombination aus FAST und AST: sensitiver Score bei stumpfem Bauchtrauma

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Axiale Spondyloarthritis (axSpA)

CRP-Wert-unabhängig therapieren mit Ixekizumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v. d. H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?

Juristische Fallstricke

So lassen sich Haftungsrisiken in der Hausarztpraxis minimieren

Lesetipps
Lungenfunktionsuntersuchung

© Viktor Koldunov / stock.adobe.co

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19