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Ärzte Zeitung, 06.02.2013

Tennisellenbogen

Steroid-Injektionen schaden

Beim Tennisellenbogen nützen langfristig weder Kortikoidinjektionen noch die Physiotherapie. Im Gegenteil: Die Steroidinjektionen führen zu mehr Rückfällen.

Von Thomas Meissner

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Physiotherapie allein reduzierte bei Tennisellenbogen kurzfristig Schmerzen und Behinderungsgrad.

© Mathias Ernert

ST. LUCIA. Zwar verschafft die lokale Injektion von Triamcinolon in Kombination mit einprozentigem Lidocain bei chronischer Epicondylitis radialis humeri kurzfristig etwas Erleichterung im Vergleich zu einer Placebo-Spritze mit physiologischer Kochsalzlösung, berichten Dr. Brooke K. Coombes von der University of Queensland, Australien und ihre Kollegen (JAMA 2013; 309: 461).

Nach einem Jahr jedoch hatten mehr als die Hälfte der Patienten in ihrer methodisch hochqualitativen Studie ein Rezidiv erlitten, in der Placebo-Gruppe nur zwölf Prozent.

Die Australier hatten 165 Patienten mit seit mindestens sechs Wochen bestehender und bislang unbehandelter einseitiger Epicondylitis in vier Gruppen randomisiert.

Sie erhielten entweder eine einzelne lokale Kortikosteroid- oder eine Placebo-Injektion, die Kombination aus Physiotherapie und Kortikosteroid-Injektion sowie die Kombi Physiotherapie plus Placebo-Injektion.

Die Injektionen waren verblindet, ebenso wie die Endauswertung der Behandlungsergebnisse. Die Physiotherapie war naturgemäß unverblindet.

Nach einem Jahr waren 90 Prozent aller Patienten geheilt oder die Symptomatik war deutlich verbessert. Dies entspreche dem zu erwartenden Spontanverlauf, so die Studienautoren.

Weder gab es signifikante Unterschiede zwischen den Injektionsgruppen noch zwischen Physiotherapie versus keine Physiotherapie. Bereits nach einem halben Jahr waren in der Placebo-Gruppe 85 Prozent der Patienten gesund, aber nur 55 Prozent der Teilnehmer mit Kortikosteroid-Injektion.

Physiotherapie überrascht

Akut, also innerhalb der ersten vier Wochen, schien die Kortikosteroid-Injektion zunächst günstige Effekte auf die Schmerzentwicklung und den Behinderungsgrad zu haben.

Dies kehrte sich im weiteren Verlauf jedoch ins Gegenteil um. Auch die Kombination aus Physiotherapie plus Kortikosteroid-Injektion brachte innerhalb der ersten vier Wochen keine günstigen Resultate.

Die schlechten Ergebnisse für die Kortikosteroid-Injektionen hatten sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet. Wiederholt war über hohe Rezidivraten berichtet worden.

Und mehrere Kortikosteroid-Injektionen verteilt über Monate hatten sich als schlechter als die Einzelinjektion erwiesen.

Überrascht zeigten sich die Autoren jedoch über die enttäuschenden Effekte der multimodalen Physiotherapie. Die Patienten hatten über acht Wochen eine Manualtherapie wöchentlich erhalten und sollten täglich zweimal ein bestimmtes Übungsprogramm absolvieren.

Die Compliance soll über mindestens fünf bis sieben Wochen bei 70 Prozent gelegen haben, so Coombes und Kollegen. Man solle dennoch nicht auf die Physiotherapie verzichten, meinen sie.

Denn Physiotherapie allein hatte kurzfristig bei allen Messparametern wie zum Beispiel Schmerz und Behinderungsgrad günstige Auswirkungen und langfristig mit 4,9 Prozent die niedrigste Rezidivrate aller Gruppen - wenn es für eine statistische Signifikanz auch nicht gereicht hat.

Zudem warnen die Autoren davor, die Studienergebnisse zu generalisieren und unkritisch auf bereits erfolglos vorbehandelte Patienten zu beziehen.

Des Weiteren trete die Epicondylitis radialis humeri oft bilateral und in Zusammenhang mit Verspannungen im Oberarm- und Nackenbereich auf, was therapeutisch berücksichtigt werden muss.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kortisonspritzen sind raus

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