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Schwache Männer im Alter

Risiken für beschleunigten Muskelabbau

Mit dem Alter schwinden die Muskeln. Dieser Abbau kann durch einige Faktoren zusätzlich beschleunigt werden. Besonders gefährdet sind einer französischen Studie zufolge Inaktive, Diabetiker und Männer mit bestimmten Hormonkonstellationen.

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LYON. Wenig körperliche Bewegung, ein Typ-2-Diabetes, niedrige Testosteron- und erhöhte Parathormonspiegel beschleunigen einer französischen Studie zufolge den altersbedingten Muskelabbau bei Männern.

Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie analysierten Alexia Renoud von der Universität Lyon und Kollegen über 7,5 Jahre die Zusammenhänge zwischen dem Muskelabbau bei älteren Männern und deren Hormonspiegeln sowie Lebensstil (Am J Med 2014; online 12. Februar).

Insgesamt wurden in der MINOS-Studie 608 Männer zwischen 60 und 85 Jahren alle 18 Monate zu ihrem Gesundheitsstatus und ihrem Lebensstil befragt. Außerdem wurde per Doppelröntgenabsorptiometrie (DXA) die Skelettmuskelmasse der Gliedmaßen bestimmt, die Magermasse berechnet und der Gesamttestosteronwert sowie das Sexualhormon bindendes Globulin (SHBG) gemessen.

Die untersuchten Männer verloren jedes Jahr durchschnittlich 0,63 Prozent ihrer Muskelmasse. Dieser Verlust beschleunigte sich mit zunehmendem Alter. Die Autoren berechneten einen durchschnittlichen Koeffizienten von 0,03 Prozent pro Jahr und Zahl der Jahre des Alters zu Studienbeginn.

So stieg der durchschnittliche Muskelmasseverlust von jährlich 0,7 Prozent bei den unter 65-Jährigen bis auf 1,3 Prozent bei Männern ab 75 Jahren.

Dieser altersbedingte Abbau wurde darüber hinaus von verschiedenen anderen Faktoren beeinflusst. Bei Männern, die in ihrer Freizeit weniger als 15 Stunden wöchentlich körperlich aktiv waren, (Wandern, Gartenarbeit, Freizeitsport) schritt er schneller fort als bei Gleichaltrigen, die sich mehr bewegten (minus 0,76 versus minus 0,58 Prozent/Jahr).

Aber auch hormonelle Faktoren spielten offenbar eine Rolle: Unter Berücksichtigung von Alter, Diabetes und Aktivität beschleunigte sich der Muskelabbau um 0,1 Prozent/Jahr, wenn das Gesamttestosteron unter ‹10 nmol/lag, bei Hormonspiegeln darüber dagegen nur um 0,07 Prozent/Jahr.

Während beispielsweise die jährliche Muskelverlustrate von Männern mit normalen Testosteronspiegeln im Alter von 60 bis 80 Jahre von 0,64 auf 1,16 Prozent anstieg, erreichte sie bei Senioren mit niedrigem Testosteron in diesem Zeitraum 1,56 Prozent.

Ähnliche Zusammenhänge zeigten sich beim freien Testosteron (‹ 75 pmol/l: minus 0,12 versus minus 0,08 Prozent bei höheren Werten) sowie beim Parathormonspiegel. Erreichte das PTH 45 pg/ml oder mehr, beschleunigte sich der Abbau pro Jahr um 0,14 gegenüber 0,12 Prozent bei Werten unter 45 pg/ml. Auch ein Typ-2-Diabetes ließ die Muskeln schneller schwinden (minus 0,08 versus minus 0,03 Prozent/Jahr).

Allerdings geben die Autoren zu bedenken, dass sich die Schwellenwerte dieser Untersuchung nicht ohne Weiteres auf eine andere Bevölkerungsgruppe übertragen lassen. Zur Identifikation von Männern verschiedener Populationen mit hohem Risiko für einen beschleunigten Muskelabbau seien weitere Studien erforderlich. (St)

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