Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 20.10.2015

Kommentar zu Kindesmisshandlung

Drei tote Kinder jede Woche

Von Christine Starostzik

Das Leid von Alessio, Emily und Zoe hat ein Ende - sie sind tot. Ihre Namen stehen für Qualen von 4233 polizeilich registrierten Kindern, die in Deutschland 2014 misshandelt wurden. Jede Woche sterben hierzulande drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung. Und diejenigen, die überlebt haben, bewegen sich auf dünnem Eis, denn die Täter sind in der Nähe.

Laut Polizeistatistik sind 3550 der misshandelten Kinder mit den Tatverdächtigen verwandt. Dabei richtet sich die Gewalt der Eltern vorwiegend gegen Säuglinge und Kleinkinder. Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus.

Warum fallen solche Misshandlungen und Vernachlässigungen nicht auf? Sind Nachbarn taub gegen permanente Kinderschreie? Sehen Erzieherinnen die blauen Flecken und Verletzungen nicht? Auch von behandelnden Ärzten werden relativ eindeutige Blessuren oft nicht weiterverfolgt, wie eine US-Studie gezeigt hat.

Hier wurde auch deutlich, welche "Sentinel-Verletzungen" am häufigsten mit Misshandlungen in Zusammenhang stehen. Die Aufgabe heißt also: hinsehen und handeln. Auch Früherkennungsuntersuchungen bieten eine gute Gelegenheit, um das Leid der Wehrlosen zu einem besseren Ende zu bringen als bei Alessio, Emily und Zoe.

Lesen Sie dazu auch:
Gewalt gegen Kinder: Daran erkennen Ärzte Misshandlungen

[20.10.2015, 20:03:39]
Heidemarie Heubach 
Bürokratische Handhabungen sind wohl eher schuld !
Aus eigener Erfahrung, aber auch aus vielen Akten, Gesprächen und Medienberichten weiß ich, daß Nachbarn sehr häufig dem Jugendamt Meldung machen bei Mißhandlungsverdacht - leider sehr oft ohne irgendeine greifbare Veränderung für die betroffenen Kinder!
Ich selbst war vor ca. 30 Jahren - damals als AWO-Vorsitzende eines kleinen Ortsvereins - bei einer Fortbildungstagung für - überwiegend - Jugendamtsmitarbeiter und konnte es kaum glauben : es wurde vermittelt, daß bei Anrufen von Nachbarn oder Verwandten zunächst nach deren Motivation für den Anruf geforscht werden sollte (Tenor "vielleicht wollen die sich nur rächen o.ä."). Bis wirklich Maßnahmen zum Schutz des Kindes eingeleitet werden, vergehen meist viele Jahre - sofern das Kind diese überlebt........... zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »