High Heels

Gefahr für eigene Füße - und andere Menschen

Frauen, die auf hohen Absätzen durchs Leben gehen, riskieren diverse Gesundheitsschäden. Doch auch Verletzungen bei anderen Personen sind gar nicht so selten.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
High Heels: Angenehm fürs Auge, unangenehm - und häufig sogar gefährlich - für Füße und Beine.

High Heels: Angenehm fürs Auge, unangenehm - und häufig sogar gefährlich - für Füße und Beine.

© Kaspars Grinvalds / Fotolia.com

ABERDEEN. Das Körpergewicht lastet vermehrt auf dem Vorfuß, die Standfläche ist verkleinert, der Körperschwerpunkt verlagert sich: Absätze von 10 cm Höhe und mehr verlangen von ihren Trägerinnen einiges an Geschicklichkeit - und Leidensfähigkeit.

Letzteres bestätigt eine Übersichtsarbeit, die britische Ärzte erstellt haben (BMJ Open 2016; 6: e010053). Danach haben Frauen in hochhackigen Schuhen häufiger deformierte und schmerzende Füße, manche bringt ihr Schuhwerk sogar direkt in die Unfallambulanz, in Einzelfällen werden die Absätze auch gegen Dritte eingesetzt.

Hallux valgus häufig

In dem systematischen Review wurden 18 Studien aus Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren ausgewertet. Insgesamt waren 14.647 Personen beteiligt, in der Überzahl Frauen.

In drei von vier Studien ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Absatzhöhe und einem Hallux valgus: Je nach Studie und Tragedauer war der Anteil der Betroffenen unter den High-Heel-Trägern im Vergleich zu den Flachbeschuhten um 47 bis 148 Prozent erhöht.

Die unphysiologische Fußhaltung fördert außerdem muskuloskeletale Schmerzen. Diese Assoziation wurde in drei von fünf Studien festgestellt.

Von einer Arthrose waren Träger von High Heels in den beiden einschlägigen Studien dagegen nicht häufiger betroffen. Das ist ein überraschendes Ergebnis, weil biomechanische Untersuchungen deutliche Hinweise auf ein erhöhtes Arthroserisiko geliefert haben.

Möglicherweise waren Qualität und Teilnehmerzahl der epidemiologischen Studien zu gering, um einen solchen Effekt nachzuweisen.

Sieben von acht Studien zeigen außerdem, dass das Gehen auf hohen Absätzen besonders verletzungsträchtig ist. Durch die einseitige Beanspruchung steigt zum Beispiel das Risiko für ein Repetitive-Strain-Injury (RSI)-Syndrom.

Vor allem ältere Frauen sind in hochhackigen Schuhen vermehrt sturzgefährdet. Aber auch wenn junge Frauen sich bei einem Treppensturz verletzen, sind meistens Schuhe mit Absätzen involviert. Generell ist im Fall eines Sturzes schon das Tragen von mittelhohen Absätzen mit einer erhöhten Rate von Frakturen verbunden.

Mehr als 120.000 Verletzungen

In US-amerikanischen Notaufnahmen, so die Schätzung aus einer Studie, dürften innerhalb von zehn Jahren mehr als 120.000 Vorstellungen auf das Konto von Verletzungen gehen, die sich Frauen aufgrund von hochhackigen Schuhen zugezogen haben.

Bei den Verletzungen handelte es sich vor allem um Zerrungen, Verstauchungen oder Frakturen von Sprunggelenk oder Fuß.

Eine weitere Studie widmete sich den Verletzungen, die Trägerinnen von High Heels anderen Personen zufügten: Immerhin 65 Notaufnahme-Vorstellungen wegen solcher Kollateralschäden wurden innerhalb von fünf Jahren im australischen Bundesstaat Victoria gezählt.

Meistens waren die Opfer versehentlich unter die Absätze geraten, in 16 Fällen waren die High Heels gezielt als Waffe eingesetzt worden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Infektprophylaxe in der Rheumatologie

Keine Angst vor Rheumaschüben nach Grippeimpfung!

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Lesetipps
Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen