Ärzte Zeitung, 12.02.2004

Kombitherapie ermöglicht signifikanten Knochenzuwachs

Basistherapie bei Osteoporose mit niedrig-dosierter Fluorid-Therapie und Bisphosphonat kombiniert / Retrospektive Studie mit 103 Männern

WIESBADEN (eb). Mit einer zusätzlichen, niedrig-dosierten Fluorid-Therapie wird bei Männern mit primärer Osteoporose anders als mit der Basistherapie Vitamin D3 und Kalzium allein nicht nur der Knochen geschützt. Durch die Kombitherapie wird zudem ein signifikanter Zuwachs an Knochendichte erzielt, wie eine retrospektive Studie mit 103 Männern ergeben hat.

Zur Kombinationstherapie sind Vitamin D, Kalzium, Fluor und ein Bisphosphonat verwendet worden. Vereinfacht wird eine Kombinationstherapie aus Basistherapie plus Fluorid übrigens seit kurzem durch das, wie berichtet, verschreibungspflichtige und von den Kassen erstattete Ossofortin® plus (vom Unternehmen Strathmann), das ja in einem Kombi-Pack außer der Basistherapie noch niedrig-dosiertes Fluorid enthält.

Gemacht haben die Studie Dr. Gerrit Beckmann und Professor Elmar Keck vom Forschungslabor für Osteologie und Rheumatologie in Wiesbaden (Osteologie 12, 2003, 252). Die 103 Männer der Studie waren in drei Therapiegruppen eingeteilt worden. In der Gruppe 1 erhielten acht Männer die Osteoporose-Basistherapie (Vitamin D3 und Kalzium), die 25 Studienteilnehmer der zweiten Gruppe bekamen zusätzlich Fluorid (25 Milligramm täglich), die übrigen 70 Männer außer der Basistherapie und dem osteoanabol wirkenden Fluorid (ebenfalls 25 mg täglich), noch ein Bisphosphonat, und zwar entweder 400 mg Etidronat oder 10 mg Alendronat pro Tag.

Bisphosphonate wirken, nur zur Erinnerung, resorptionshemmend. Zudem sollten die Männer täglich zweimal 15 Minuten Osteoporose-Gymnastik machen und ihre körperlichen Aktivitäten wie Schwimmen und Spazierengehen erhöhen. Die Daten der Männer, die im Mittel 40 Monate in der Praxis von Keck behandelt worden waren, wurden retrospektiv ausgewertet. Zur Beurteilung des Therapie-Effektes auf die Knochendichte wurde diese mit einem Lunar-DPX-Gerät an den Lendenwirbelkörpern 2 bis 4 gemessen, wenn möglich alle 6 Monate.

Ergebnisse: In der Gruppe mit der Basistherapie alleine wurde eine nicht-signifikante Abnahme der Knochendichte von 0,1 bis 0,65 Prozent pro Jahr gemessen, bei den Männern mit zusätzlicher Fluorid-Therapie dagegen eine statistisch hoch-signifikante jährliche Zunahme um durchschnittlich 4,36 Prozent und bei den Männern mit der Basistherapie plus Fluorid und Bisphosphonat sogar ein Knochendichte-Zuwachs um im Mittel 5,82 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen nach Angaben der Autoren, daß die Basistherapie zwar osteoprotektiv ist, daß aber nur durch die zusätzliche Therapie mit Fluorid eine signifikante Zunahme der Knochendichte erreicht wird. Für einen effektiven Knochenaufbau sei eine verstärkte Osteoidsynthese durch Stimulation der Osteoblasten erforderlich. Ein weiterer Zuwachs lasse sich durch die osteoklastenhemmenden Bisphosphonate erzielen. Allerdings sei bei Bisphosphonaten mit einer Stagnation des Knochenzuwachses nach einem Jahr Therapie zu rechnen.

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