Ärzte Zeitung, 28.07.2004

Risedronat schützt besonders schnell vor osteoporotischen Frakturen

Studie mit über 7000 Patienten / Schon nach sechs Monaten viel weniger Bruchgefahr

BÜHL (hsr). Das Bisphosphonat Risedronat schützt bei Osteoporose schon nach einem halben Jahr wesentlich vor nicht-vertebralen Frakturen. Dieses Ergebnis einer großen Vergleichsstudie unter Praxisbedingungen bestätigt die in klinischen Studien belegte schnelle Wirksamkeit der Substanz.

"Rascher Effekt und beständige Minderung des Frakturrisikos sind wichtige Kriterien für ein Bisphosphonat", so Professor Johann Diederich Ringe vom Klinikum Leverkusen. Denn die erste Fraktur bei Osteoporose gleiche "einem Dammbruch". Wenn erst mal ein Knochenbruch eingetreten sei, dann folgen rasch weitere, sagte der Osteologe bei einer Veranstaltung von Aventis und Procter & Gamble in Bühl. Dieser Prozeß müsse in kurzer Zeit gestoppt werden, um den Patienten Schmerzen und erneute Skelettdeformationen zu ersparen.

Vor allem moderne Bisphosphonate wie etwa Risedronat (Actonel®) hätten sich in mehreren Phase-III-Studien als geeignete Mittel erwiesen. Den Ergebnissen einer US-Vergleichsstudie unter Praxisbedingungen zufolge, die Ringe in Bühl vorgestellt hat, wirkt Risedronat offenbar besonders schnell.

In PROTECT (Protocare Evaluation of Clinical Therapies) hatten 7081 über 50jährige Patienten mit Osteoporose, vorwiegend Frauen in der Postmenopause, 5 mg Risedronat täglich, 10 mg Alendronat pro Tag oder 70 mg der Alendronat wöchentlich oder Calcitonin als Nasenspray erhalten. Die Ergebnisse wurden retrospektiv analysiert. Verglichen wurde die Inzidenz nicht-vertebraler Frakturen an Clavicula, Humerus, Handgelenk, Becken, Hüfte und Femur nach sechs Monaten.

Wie Ringe berichtet hat, senkte Risedronat das Frakturrisiko in dieser Zeit im Vergleich zu Calcitonin signifikant um 68 Prozent, Alendronat um 28 Prozent: Eine oder mehrere nicht-vertebrale Frakturen traten mit Calcitonin bei 2,2, mit Alendronat bei 1,3 und mit Risedronat bei 0,6 Prozent der Patienten auf.

Diese Analysedaten hätten die Ergebnisse klinischer Studien in Europa bestätigt, wonach für Alendronat nach einem Jahr eine 59prozentige und für Risedronat eine 69prozentige Risikoreduktion für vertebrale Frakturen erzielt worden war. Mit Risedronat sei allerdings schon nach sechs Monaten eine signifikante Risikosenkung erzielt worden.

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