Ärzte Zeitung, 22.10.2004

Monatstablette schützt die Knochen

Ibandronat bei Frauen in der Postmenopause erfolgreich getestet / Neue Studie

BERLIN (gvg). Für Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose wird möglicherweise bald ein Bisphosphonat für die einmal monatliche orale Therapie zur Verfügung stehen. In einer Studie erwies sich die monatliche Behandlung mit Ibandronat einer täglichen Applikation als mindestens ebenbürtig.

Die Einjahresdaten der auf zwei Jahre angelegten MOBILE-Studie (Monthly Oral Ibandronat in Ladies) wurden auf dem Deutschen Orthopädenkongreß in Berlin präsentiert. Insgesamt erhielten 1600 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose zusätzlich zu Kalzium und Vitamin D entweder 2,5 mg des Bisphosphonats Ibandronat täglich oral oder nur einmal 150 mg monatlich, ebenfalls oral.

Zwei weitere Gruppen erhielten jeweils 100 mg monatlich als Einmaldosis oder verteilt auf zwei aufeinanderfolgende Tage. Die Knochendichte habe mit allen Einnahmeschemata ähnlich stark zugenommen, sagte der Osteoporose-Spezialist Professor Dieter Felsenberg von der Charité in Berlin.

Die einmal monatliche Dosis von 150 mg Ibandronat sei der täglichen Behandlung sogar überlegen gewesen. Innerhalb von zwölf Monaten nahm die Knochendichte bei täglicher Einnahme des Bisphosphonats um knapp vier Prozent zu, bei monatlicher Einnahme von 150 mg des Mittels waren es knapp fünf Prozent.

In einer anderen Studie ist nachgewiesen worden, daß bei täglicher Einnahme von Ibandronat über drei Jahre die Wirbelfrakturrate um 62 Prozent niedriger ist als mit Placebo. "Bei Therapieintervallen von über zwei Monaten war die Quote um die Hälfte niedriger als mit Placebo", so Felsenberg auf einem Symposium von Hoffmann-La Roche und GlaxoSmithKline, die das Medikament gemeinsam vermarkten werden. Für Ibandronat einmal monatlich zur oralen Therapie bei Osteoporose ist bereits die EU-Zulassung beantragt.

Zugelassen ist Ibandronat in Deutschland derzeit als Bondronat® von Hoffmann-La Roche zur Prävention skelettbezogener Ereignisse wie Frakturen bei Patientinnen mit Brustkrebs und Knochenmetastasen sowie zur Therapie bei tumorinduzierter Hyperkalzämie.

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