Ärzte Zeitung, 25.10.2004

Auf eine schnelle Frakturverhütung kommt es an

Jede vierte bis fünfte Frau mit Wirbelkörper-Fraktur bei Osteoporose erleidet innerhalb eines Jahres eine zweite Fraktur

BERLIN (gvg). Osteoporose-Experten wenden sich gegen eine monomanische Fixierung auf die Knochendichtemessung zur Beurteilung des Therapieverlaufs bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose. Entscheidend sei, daß Frakturen rasch verhindert würden.

Etwa jede vierte bis fünfte Frau mit einer frischen, osteoporotischen Wirbelkörperfraktur erleide innerhalb eines Jahres eine weitere Fraktur, sagte Professor Johann Ringe vom Klinikum Leverkusen auf dem Deutschen Orthopädenkongreß in Berlin. Es sei deswegen entscheidend, daß ein Osteoporosetherapeutikum bereits möglichst früh nach Therapiebeginn einen nachweisbaren Effekt auf die Frakturinzidenz habe.

Günstig sei unter diesem Gesichtspunkt eine Behandlung mit Risedronat (Actonel®). Mehrere Studien hätten ergeben, daß das Risiko für röntgenologische und für klinische Wirbelkörperfrakturen durch eine Behandlung mit fünf Milligramm Risedronat täglich nach zwölf Monaten verglichen mit einer reinen Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D um mehr als 60 Prozent gesenkt werde. "Auch bei der einmal wöchentlichen Einnahme von 35 Milligramm konnte dieser Effekt nachgewiesen werden", so Ringe auf einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi Aventis.

Interessant findet Ringe auch neue Daten aus der Protocare-Studie, eine Kohortenstudie, bei der die Patientendaten von fast 8000 Versicherten einer großen Versicherungsgesellschaft in den USA ausgewertet wurden. Hier habe sich gezeigt, daß bei Patienten, die mit Risedronat behandelt werden, anders als bei einer Behandlung mit Alendronat bereits nach sechs Monaten ein nachweisbarer und statistisch signifikanter Effekt auf die Frakturhäufigkeit vorhanden sei (69 Prozent weniger Frakturen als in der Kontrollgruppe). Ringe schränkte jedoch ein, daß es sich nicht um eine progressive, randomisierte Studie handele.

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