Ärzte Zeitung, 20.10.2005

Nordic Walking macht fit bei Osteoporose

Muskulatur wird gestärkt und der Stoffwechsel aktiviert / Zu Nordic Bone Walking gehört auch Haltungsschulung

NEU-ISENBURG (ikr). Bei Osteoporose-Kranken ist das oberste Ziel, die Frakturrate zu senken. Das gelingt nicht nur durch Medikamente, die den Knochenabbau bremsen oder den Aufbau fördern. Auch durch regelmäßiges Training läßt sich die Knochenmasse erhalten oder gar erhöhen und somit das Frakturrisiko senken. Daher lautet das Motto des heutigen Welt-Osteoporose-Tages "Move it or Lose it - Wer rastet, der rostet!".

Beim Nordic Walking kommt es auf die richtige Technik an, um das gesundheitsfördernde Potential dieser Sportart voll auszuschöpfen. Foto: www.willsmountain.de

Körperliche Aktivität nützt Osteoporose-Kranken über zwei Mechanismen: Zum einen stimuliert muskuläres Training nicht nur den Muskel-, sondern auch den Knochenstoffwechsel, so daß die Knochenmasse, etwa der Wirbelsäule und des Schenkelhalses, erhalten werden kann.

Zum anderen fördert Training die Gangsicherheit und hilft somit, Stürze zu vermeiden. Das gelingt, indem die Muskulatur gestärkt wird und die Koordinationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, verbessert werden.

Erreicht wird dies nicht nur durch Krafttraining, sondern auch durch Ausdauersport. Dieser stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern er aktiviert den gesamten Stoffwechsel einschließlich des Knochenstoffwechsels. Besonders geeignet für Osteoporose-Kranke sind Sportarten wie Wandern und Walking.

Auch Nordic Walking sowie ein neues, über das reine Nordic Walking hinausgehendes Programm, das sogenannte Nordic Bone Walking, seien für Osteoporose-Patienten gute Optionen, sagte Diplom-Sportwissenschaftler Eberhard Schlömmer vom Deutschen Nordic Walking-Verband zur "Ärzte Zeitung".

Zum Nordic Bone Walking gehören außer Nordic Walking auch Gymnastik, Übungen zum Muskelaufbau mit Therabändern, Koordinationsübungen sowie Gang- und Haltungsschulung. "Das ist ein einfaches, abwechslungsreiches Programm, das Spaß macht und nahezu jeder Osteoporose-Patient machen kann", so Schlömmer.

Idealerweise sollten die Patienten mindestens zweimal pro Woche ein 60- bis 90minütiges Programm absolvieren, empfiehlt Schlömmer. Hierzu gehören: kurze Aufwärmphase, 10 bis 15 Minuten Nordic Walking als Ausdauersport, kurze Pause, 10 bis 15 Minuten Kräftigungsübungen oder Koordinationsübungen, dann wieder Nordic Walking, wieder Kräftigungsübungen und am Schluß Dehnübungen.

Bei Patienten, die an dem Programm teilnehmen, sind bereits nach drei bis fünf Monaten deutliche positive Effekte zu erkennen, sagte Schlömmer. Die Patienten hätten eine bessere Körperhaltung, sie gingen stärker aufrecht und hätten eine bessere Gangsicherheit. Auch die Koordinationsfähigkeit und die Alltagsmotorik verbesserten sich. Jetzt soll auch der Effekt auf die Knochenmineraldichte untersucht werden.

Ganz wichtig ist nach Angaben von Schlömmer, die richtige Technik für das Nordic Walking zu erlernen. Nur so könne das gesundheitsfördernde Potential dieser Sportart voll ausgeschöpft werden. Angeboten wird das Nordic Bone Walking mit speziell ausgebildeten Trainern über regionale Selbsthilfegruppen.

Weitere Infos zu Nordic Bone Walking gibt es beim Kuratorium Knochengesundheit: Tel: 0 72 61 / 92 17 75, E-Mail: Martina.Ade@osteoporose.org, Internet: www.nordic-bone-walking.de

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