Ärzte Zeitung, 07.11.2005

Teriparatid schützt auch nach mehreren Frakturen

Datenanalyse von Osteoporose-Patientinnen, die bereits zwei oder mehr Brüche hatten / Frakturrate wurde verringert

BERLIN (gvg). Eine Therapie mit dem Parathormon-Fragment Teriparatid schützt auch bei Osteoporose und sehr hohem Frakturrisiko wirksam vor Wirbelkörperfrakturen. Das belegt eine neue Auswertung der Fracture Prevention-Studie.

Zur Erinnerung: Die Fracture Prevention-Studie bildete die Grundlage für die Zulassung von Teriparatid (Forsteo®) vor gut zwei Jahren. An ihr hatten über 1600 Frauen mit postmenopausaler Osteoporose teilgenommen. Nach anderthalb Jahren Behandlung mit Teriparatid war die Rate der Wirbelkörperfrakturen im Median um 65 Prozent niedriger als bei Placebo-Therapie.

Jetzt liegen die Ergebnisse von Subgruppenanalysen vor, in denen untersucht wurde, inwieweit die Reduktion des Frakturrisikos von der Schwere der Osteoporose abhängt. Die Schwere der Krankheit wurde nach der Zahl vorbestehender Wirbelkörperfrakturen sowie nach deren klinischer Ausprägung beurteilt. Die neuen Daten hat Privatdozent Dr. Peyman Hadji von der Philipps-Universität Marburg auf dem Kongreß der Orthopäden und Unfallchirurgen in Berlin vorgestellt.

Wie Hadji erläuterte, nahm in der Placebo-Gruppe die Wahrscheinlichkeit neuer Wirbelkörperfrakturen mit der Schwere der Erkrankung statistisch signifikant zu. Frauen etwa, die bereits zwei oder mehr Wirbelfrakturen hatten, waren stärker gefährdet als andere. Das absolute Frakturrisiko lag je nach Zahl der Frakturen vor Studienbeginn zwischen 7 und 23 Prozent.

Teriparatid hebe diese Korrelation offenbar auf, so Hadji. Frauen, die anderthalb Jahre lang täglich 20 Mikrogramm Teriparatid subkutan injiziert bekamen, hatten ein drei- bis siebenprozentiges Risiko für eine neue Wirbelkörperfraktur.

Der Unterschied zwischen den Patientinnen mit einer Fraktur, mit zwei, drei und mehr Frakturen in der Anamnese war aber nicht statistisch signifikant. Hadjis Fazit auf der von Eli Lilly unterstützten Veranstaltung: "Teriparatid kann auch bei einer prognostisch besonders ungünstigen Ausgangssituation den Verlauf der Osteoporose entscheidend beeinflussen".

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