Ärzte Zeitung, 10.04.2006

Dreimonatsspritze gegen Osteoporose zugelassen

Ibandronat zur i.v.-Therapie in der Postmenopause jetzt auch in Deutschland / Applikation einmal im Quartal

BERLIN (gvg). Das Bisphosphonat Ibandronat ist für die Behandlung von Frauen mit postmenopausaler Osteoporose jetzt auch als intravenöse Injektion zugelassen. Das kann gerade bei schlechter Compliance von Vorteil sein.

Die Zulassung von Ibandronat (Bonviva®) als i.v.-Injektion erfolgte aufgrund der Daten der DIVA-Studie (Dosing IntraVenous Administration Study).

In DIVA wurde die Entwicklung der Knochendichte unter der Therapie mit der neuen Formulierung im Vergleich zur Ibandronat-Tagestablette untersucht. Mit der oralen Therapie über drei Jahre wurde in einer früheren Studie die Rate neuer Wirbelfrakturen um mehr als 60 Prozent verringert.

Die Ergebnisse der DIVA-Studie haben nun belegt, daß die i.v.-Applikation von 3 mg Ibandronat alle drei Monate bei der Knochendichte-Entwicklung mindestens genauso effektiv ist wie die orale Applikation, sagte Professor Dieter Felsenberg von der Charité Berlin.

Der Osteoporose-Experte präsentierte die DIVA-Ergebnisse auf der Einführungsveranstaltung von GlaxoSmithKline und Hoffmann-La Roche, die das Bisphosphonat gemeinsam vermarkten.

Die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule war mit der i.v.-Therapie nach einem Jahr um 4,8 Prozent und nach zwei Jahren um 6,3 Prozent gestiegen. Bei den Patientinnen, die 2,5 mg als Tagesdosis eingenommen hatten, waren es 3,8 Prozent nach einem und 4,8 Prozent nach zwei Jahren.

Auch bei der Entwicklung der Knochendichte in der Hüfte ergab sich jeweils ein etwa 30prozentiger Vorteil für die i.v.-Injektion. Und der Knochenstoffwechsel-Marker Serum-CTX war nach einem Jahr Therapie zu etwa 65 Prozent supprimiert.

"Die neue Applikationsform kommt vor allem Frauen zugute, die Probleme mit der komplizierten Einnahme der oralen Bisphosphonate haben oder bei denen Compliance-Probleme bestehen", sagte Professor Johann Ringe von der Uni Köln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »