Ärzte Zeitung, 28.08.2006

Neue Therapieoption bei Osteoporose

Rekombinantes Parathormon für Frauen mit hohem Frakturrisiko / Subkutane Injektion

MÜNCHEN (sto). Zur Behandlung von Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause und einem hohen Frakturrisiko steht in Deutschland ab heute das rekombinante, natur-identische Parathormon (PTH 1-84) Preotact® zur Verfügung.

In der Zulassungsstudie TOP (Treatment of Osteoporosis with PTH) war das Risiko für Wirbelfrakturen bei 18monatiger Behandlung mit dem osteo-anabol wirkenden Parathormon 1-84 signifikant um 58 Prozent geringer als mit Placebo.

      Das Risiko für Wirbelfrakturen
wird etwa halbiert.
   

Knapp 20 Prozent der 2532 Studienteilnehmerinnen hatten bereits vor Therapiebeginn Wirbelbrüche. In dieser Gruppe war das Frakturrisiko mit dem Verum im Vergleich zu Placebo um 53 Prozent geringer. Das hat PD Dr. Stephan Scharla aus Bad Reichenhall bei der Einführungs-Pressekonferenz des Unternehmens Nycomed in München berichtet. Auch bei den Frauen ohne Frakturen zu Studienbeginn war das relative Frakturrisiko mit dem Verum deutlich geringer.

In einer weiteren Studie, der PaTH-Studie (Parathyroid hormone and Alendronate Therapy Study), wurde der Nutzen einer sequentiellen Behandlung mit PTH und dem Bisphosphonat Alendronat über 24 Monate untersucht. Ein wesentliches Ergebnis: Bei Behandlung mit Alendronat im Anschluß an eine zwölfmonatige PTH-Therapie wurde die Knochendichte an der Wirbelsäule weiter erhöht. Im ersten Jahr, als die Frauen PTH erhielten, stieg die Knochendichte deutlich.

Während der anschließenden einjährigen Alendronat-Therapie sei ein weiterer leichter Anstieg der Knochendichte zu verzeichnen gewesen, so Scharla. Es gebe jedoch keine Hinweise, daß die gleichzeitige Behandlung mit PTH und Alendronat einer Therapie mit nur einer dieser Substanzen überlegen ist.

Das neue Mittel ist für eine kontinuierliche Behandlung bis zu 24 Monate zugelassen. Die Frauen können sich das Präparat täglich in der empfohlenen Dosis von 100 µg mit einem speziellen Pen subkutan injizieren. Da die Substanz eine vergleichsweise hohe Thermostabilität aufweist, ist keine durchgängige Kühlung erforderlich.

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