Ärzte Zeitung, 01.12.2006

Parathormon-Derivat punktet bei Patienten mit Osteoporose

Therapie mit Teriparatid nach Vorbehandlung mit Raloxifen / Signifikanter Anstieg der Knochendichte an der Lendenwirbelsäule

BERLIN (gvg). Spätestens nach einem Jahr Behandlung mit Teriparatid bei Patienten mit Osteoporose steigt die Knochendichte signifikant an - unabhängig von der vorhergehenden Therapie. Wie schnell und wie ausgeprägt der Anstieg ist, hängt von der vorherigen Therapie ab.

"An peripheren Knochen dauert die Remineralisierung bei Osteoporose länger als an der Wirbelsäule", sagt Privatdozent Christopher Niedhart. Foto: privat

So ist in der Triple-A-Studie (Anabolic after Antiresoptives) der Anstieg der Knochendichte nach Beginn der Osteoporose-Therapie mit Teriparatid (Forsteo®) bei einer vorhergehenden Behandlung mit Raloxifen (Evista®) deutlich stärker gewesen als nach einer Vortherapie mit einem Bisphosphonat. Das hat der Orthopäde Privatdozent Christopher Niedhart berichtet.

"Nach 18 Monaten lag der Zuwachs der Knochen-Mineral-Dichte an der Lendenwirbelsäule in der Gruppe mit Bisphosphonat-Vortherapie bei 4,1 Prozent, in der Gruppe im Raloxifen-Vortherapie bei 10,8 Prozent", sagte Niedhart auf dem Kongreß der Orthopäden und Unfallchirurgen in Berlin.

Am proximalen Femur nahm die Knochendichte nach 18 Monaten bei Raloxifen-Vortherapie um signifikante 1,8 Prozent zu. Nach Bisphosphonat-Vortherapie waren die Veränderungen nicht signifikant. Anhand der im Serum meßbaren Parameter für den Knochenaufbau lasse sich aber unabhängig von der Vortherapie ein deutlicher Effekt von Teriparatid nachweisen, so Niedhart auf der von dem Unternehmen Lilly unterstützten Veranstaltung.

Der verzögerte Anstieg der Knochendichte am Femur kommt dadurch zustande, daß bei einem Umstieg auf eine Teriparatid-Therapie altes Knochengewebe zunächst durch neues schwach mineralisiertes ersetzt wird. Daher steigt die Knochendichte nicht sofort, sondern erst, wenn das Gewebe im Laufe der Zeit nachmineralisiert. An peripheren Knochen mit einem hohen Kortikalisanteil dauert die Mineralisierung länger als an der Wirbelsäule.

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