Ärzte Zeitung, 12.11.2007

Mit Teriparatid haben auch Männer weniger Frakturen

Osteoanabole Therapie bei Osteoporose des Mannes mit Parathormon-Fragment

BERLIN (djb). Das osteoanabol wirksame rekombinante Parathormon-Fragment (rhPTH 1-34) Teriparatid ist jetzt auch für die Behandlung von Männern mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko zugelassen. Das Mittel schützt Männer ebenso wie Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose vor Frakturen, sagte Professor Helmut W. Minne aus Bad Pyrmont.

 Mit Teriparatid haben auch Männer weniger Frakturen

Dieser Patient hat einen für Osteoporose typischen Rundrücken.

Foto: Professor Klaus Peters, Nümbrecht

Auch die Knochendichte erhöhe sich mit dem Mittel an allen Messorten, so Minne. Die Zulassungserweiterung erfolgte auf Basis einer Studie, an der 437 Männer mit idiopathischer oder hypogonadaler Osteoporose teilnahmen. Sie erhielten über einen Zeitraum von im Median einem Jahr täglich subkutan 20 µg (Zulassungsdosis) oder 40 µg Teriparatid (Forsteo®) oder Placebo sowie eine Basistherapie mit 1000 mg Kalzium und 400 bis 1200 IE Vitamin D3 / Tag.

Die osteoanabole Therapie mit dem Parathormon-Fragment führte zu einem signifikanten Anstieg der Knochenmineraldichte (BMD) an Lendenwirbelsäule und Hüfte. Das hat Minne bei einer vom Unternehmen Lilly initiierten Veranstaltung berichtet. Nach Ende der Therapie mit 20 µg Teriparatid hatte die BMD an den Wirbelkörpern um 5,9 Prozent im Vergleich zu Placebo zugenommen. Dabei war der BMD-Anstieg unabhängig vom Alter der Patienten, von den BMD-Ausgangswerten und davon, ob ein Hypogonadismus vorlag und ob dieser mit Testosteron substituiert wurde.

Bei 279 Teilnehmern wurden 18 Monate nach Beendigung der Therapie Frakturdaten erhoben. Bei den zuvor mit Teriparatid behandelten Männern war das relative Risiko für neue vertebrale Frakturen insgesamt um 51 Prozent und für neue mittelschwere und schwere Frakturen um 83 Prozent geringer als in der ehemaligen Placebogruppe.

Wie Minne betonte, sollte Teriparatid vor allem bei unbehandelten Patienten mit fortgeschrittener Osteoporose und foudroyant voranschreitendem Verlauf eingesetzt werden oder wenn Kontraindikationen gegen orale Bisphosphonate bestünden. Geeignet seien auch Patienten, bei denen eine antiresorptive Therapie klinisch keine ausreichende Besserung gebracht habe.

STICHWORT

Männer-Osteoporose

In Deutschland sind nicht nur Frauen, sondern nach aktuellen Studiendaten bereits mehr als eine Million Männer an Osteoporose erkrankt. Rechtzeitige Fraktur-Prophylaxe ist bei Männern ebenso wichtig wie bei Frauen. Denn nach einer Fraktur ist bei Männern das Risiko für weitere Knochenbrüche ebenso hoch wie bei Frauen. Dies hat eine Studie ergeben (JAMA, 297, 2007, 387). Das Parathormon-Fragment Teriparatid ist zur Osteoporose-Therapie bei Männern mit hohem Frakturrisiko zugelassen.

(eb)

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