Ärzte Zeitung, 11.03.2008

Stabilere Knochen durch Alpin-Ski

Dynamische Sportarten stimulieren Knochenwachstum / Präventiver Effekt vor osteoporotischen Frakturen

Garmisch-Partenkirchen (gvg). Wer als junger Mensch oder bei bereits reduzierter Knochendichte osteoporotischen Frakturen im Alter vorbeugen möchte, sollte sich seine Sportarten gezielt auswählen. Im Winter günstig: Alpin-Skifahren.

 Stabilere Knochen durch Alpin-Ski

Wer vorsichtig Skifährt kann auch im Alter dabei bleiben. Eine dynamische Knochenbelastung schützt zudem vor Osteoporose.

Foto: Christophe Schmid©www.fotolia.de

"Bequemlichkeit ist eindeutig die Hauptursache für Osteoporose", sagt Professor Reiner Bartl vom Bayerischen Osteoporose-Zentrum der Universität München. Entsprechend sei körperliche Bewegung der wichtigste Faktor bei der Prävention. Nur: Welche Art von körperlicher Bewegung nutzt dem Knochen?

"Wir wissen mittlerweile, dass der Knochen vor allem von dynamischen Sportarten profitiert, die die Osteozytenkanäle dehnen und dadurch Wachstumsreize setzen", so Bartl auf dem Internationalen Kongress für Wintersportmedizin in Garmisch. Prinzipiell günstig sind deswegen Sportarten wie Basketball oder Volleyball, aber auch Judo, Karate, Kraftsport und Tennis. Weniger günstig für die Knochen sind stark repetitiv angelegte Sportarten wie Joggen und Schwimmen, bei denen die Belastung sehr gleichförmig ist.

"Natürlich würden wir eine ältere Frau mit reduzierter Knochendichte nicht zum Basketball schicken. Aber sie sollte zumindest nicht nur schwimmen oder Walking machen, sondern wenigstens auch noch Krafttraining", so Bartl.

Im Wintersport ist die Situation ähnlich: Beim Langlauf ergibt sich ab einer gewissen Grenze kein zusätzlicher Nutzen mehr für den Knochen, weil die gleichförmige Belastung keinen Wachstumsreiz setzt. "Alpin-Skifahren dagegen ist mit Sicherheit gut für die Knochen", so Bartl. Der Grund: Es ist eine dynamische Sportart, die unter anderem die Sprungmuskulatur stark beansprucht.

Im Alter aus Gründen der Knochengesundheit mit dem Alpinskifahren anzufangen, ist freilich keine so gute Idee. Dem Nutzen stehen die Gefahren bei Stürzen und durch Stauchungen der Wirbelsäule gegenüber. "Sport muss langfristig betrieben werden, um schützende Effekte auf den Knochen zu haben", betonte auch Dr. Monika Siegrist vom Klinikum rechts der Isar in München.

Fazit: Junge Menschen, auf die Skier! Und drauf bleiben bis ins hohe Alter! Vor allem sollten sich aktive Skifahrer nicht durch eine reduzierte Knochendichte verunsichern lassen: "Selbstverständlich sollten Frauen mit reduzierter Knochendichte weiterhin Ski fahren. Jedoch sollten sie Eisplatten meiden und nicht so aggressiv fahren. Aber bitte nicht aufhören, sich zu bewegen!", so Bartl.

STICHWORT

Osteoporose

Etwa sechs Millionen Menschen haben in Deutschland Osteoporose. Das Lebenszeitrisiko für eine osteoporotische Fraktur liegt bei 50-jährigen Frauen bei 40 Prozent, für einen Mann bei 13 Prozent. Am stärksten gefährdet ist bei Frauen der proximale Femur (Lebenszeit risiko: 18 Prozent) gefolgt vom distalen Radius (16 Prozent) und der Wirbelsäule (16 Prozent). Bei Männern erleiden sechs Prozent eine proximale Femurfraktur, fünf Prozent eine Wirbelsäulenfraktur und 2,5 Prozent eine distale Radiusfraktur. Bundesweit bekommen etwa 120 000 Patienten pro Jahr eine Oberschenkelhalsfraktur. (gvg)

[12.03.2008, 12:25:27]
Dr. Ludwig Rogg 
Auf die Piste!
Alpinskifahren beugt zusätzlich angeblich (vielleicht) der Alzheimer-Erkrankung vor.(Bayern Alpha)
Also auf die Piste solange guter Schnee da ist.
Aber bitte mit Helm! Am Oberjoch Allgäu verunglückte erst vor kurzem ein 57 jähriger geübter Skifahrer durch Sturz mit dem Kopf auf eine Eisplatte tödlich.Ohne Helm! zum Beitrag »

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