Ärzte Zeitung, 09.02.2009

Intervenieren, damit die Knochen heil bleiben!

Mit gesundem Lebensstil und Beseitigung von Stolperfallen können Patienten viel zur Prävention osteoporosebedingter Knochenbrüche beitragen.

Von Simone Reisdorf

Intervenieren, damit die Knochen heil bleiben!

Hohe Teppichkanten sind eine häufige Ursache für Stürze von alten Menschen in der häuslichen Umgebung.

Foto: Hewi Heinrich GmbH

Zur Prävention osteoporosebedingter Knochenbrüche gehören außer einer ausreichenden Zufuhr von Kalzium besonders bei älteren Menschen auch eine gute Versorgung mit Vitamin D sowie regelmäßige körperliche Aktivität und die Beseitigung von Stolperfallen im Wohnbereich.

Die Bedeutung von Vitamin D für die Frakturprophylaxe sei bisher unterschätzt worden, so Professor Cornel Christian Sieber vom Klinikum Nürnberg beim Geriatriekongress in Potsdam. Vitamin D erhöht die Resorption von Kalzium aus dem Darm und bessert neuromuskuläre Funktionen wie Muskelkraft und Balance.

Allerdings: "Gerade ältere Menschen können nicht mehr so viel Vitamin D selbst bilden", so der Internist. Auch halten sie sich nicht mehr so häufig im Freien auf und sind daher nicht mehr so oft dem Sonnenlicht ausgesetzt. Auch deshalb kann der Körper nicht mehr so viel Vitamin D produzieren. Experten empfehlen derzeit die Aufnahme von 800 IE Vitamin D täglich.

Eine Studie bei freiwilligen Probanden in der Stadt Nürnberg habe bei 80 Prozent der Getesteten bedenklich niedrige Vitamin-D-Spiegel erbracht, so Sieber bei einer Veranstaltung von Servier. Und dies, obwohl der Test im Spätsommer erfolgte. "In Studien zur Sekundärprophylaxe von Frakturen hat sich zudem gezeigt, dass schon nach sechsmonatiger Vitamin-D-Gabe deutlich weniger Knochenbrüche als unter Placebo auftraten", so Sieber: "Das kann noch kein Effekt des Vitamin D auf die Knochen sein, das ist ein Effekt auf die Muskeln. Der Muskel ist voller Vitamin-D-Rezeptoren." Überhaupt sei der Dualismus von Knochen und Muskeln bedeutsamer als bisher angenommen. "Deshalb sollten ausreichend Eiweiße in der Nahrung enthalten sein", so Sieber. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung beuge dies der altersbedingten Sarkopenie vor. Wer dann noch Stolperfallen wie hohe Teppichkanten und mangelnde Beleuchtung beseitige, bei dem sei die Frakturprophylaxe perfekt.

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