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Frakturprophylaxe mit Vitamin D jetzt hoch dosiert

In der neuen Leitlinie zu Osteoporose sind erhöhte Frakturrisiken bei jüngeren Menschen stärker berücksichtigt, und es gibt neue Empfehlungen zu Kalzium und Vitamin D.

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WIESBADEN (ikr). In der alten Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) wurde eine Osteoporose-Basisdiagnostik bei Frauen zwischen 50 und 60 Jahren nur dann empfohlen, wenn diese bereits Knochenbrüche in der Anamnese hatten. In der neuen Leitlinie raten die Experten in dieser Altersgruppe auch bei anderen Risikofaktoren zur Osteoporose-Diagnostik, etwa bei Frauen, die Glitazone erhalten. Ein weiteres Beispiel: Auch Frauen zwischen 60 und 70 Jahren, die wegen Brustkrebs mit einem Aromatasehemmer behandelt werden, sollen nun auf Osteoporose hin untersucht werden. Solche Patienten hätten ein Risiko von mehr als 20 Prozent, in den nächsten zehn Jahren eine Wirbel- oder proximale Femurfraktur zu erleiden, sagte Professor Heide Siggelkow aus Göttingen beim Praxis Update in Wiesbaden. Anhand einer Tabelle der neuen DVO-Leitlinie lasse sich leicht ermitteln, bei welchen Patienten die Suche nach Osteoporose sinnvoll ist. Eine weitere Tabelle hilft bei der Entscheidung, bei welchen Patienten eine spezifische Arznei-Therapie, etwa mit einem Bisphosphonat, notwendig ist.

Die Göttinger Endokrinologin machte auf eine weitere wichtige Änderung der DVO-Leitlinie aufmerksam. Sie betrifft die Dosierung von Kalzium und Vitamin D zur Osteoporose- und Frakturprophylaxe. Die Bedeutung von Vitamin D für die Knochen sei bisher unterschätzt worden, so Siggelkow. Außerdem gebe es immer mehr Hinweise, dass Vitamin D auch günstige Effekte auf das Immunsystem und das Herz hat. Und das Sturzrisiko wird reduziert.

Empfohlen wird daher jetzt eine tägliche mindestens 30-minütige Sonnenlichtexposition der Arme und des Gesichts zur Bildung von Vitamin D3 oder die Supplementierung mit 800 bis 2000 IE Vitamin D3 oral täglich oder einer äquivalenten Dosis mehrwöchentlich. Bei Unsicherheiten über die Vitamin-D-Versorgung könne der Vitamin-D-Spiegel gemessen werden, so Siggelkow. Für Kalzium sollte die Gesamtzufuhr nicht mehr als 1500 mg pro Tag betragen, und es sollten nicht mehr als 1000 mg supplementiert werden.

Mehr zur DVO-Leitlinie auf: www.dv-osteologie.org/osteologe-dvo

Praxis Update 2010

Das nächste Praxis Update findet am 7. und 8. Mai 2010 in Berlin statt. Es wird umfassend über die neuesten Entwicklungen der Allgemeinmedizin informiert. Die Veranstaltung ist mit 16 CME-Punkten zertifiziert. Infos auf: www.praxis-update.com

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