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Vitamin-D-Mangel: eine Frage der Definition

Wann ist die Supplementierung von Vitamin D notwendig? Welches ist der ideale Zielwert für den Vitamin-D-Spiegel? Experten sind sich uneins.

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Auch in den Wintermonaten empfehlen Experten möglichst tägliche Aufenthalte in der Sonne.

Auch in den Wintermonaten empfehlen Experten möglichst tägliche Aufenthalte in der Sonne.

© rcaucino /fotolia.com

NEU-ISENBURG (ikr). In den dunklen Wintermonaten produziert die Haut mangels Sonnenlicht weniger Vitamin D. Ausgeprägte Mangelzustände mit Werten unter 10 ng / ml Blut seien in Deutschland jedoch selbst im Winter selten, teilt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit.

Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ist nach Einschätzung der DGE nur in ärztlich begründeten Fällen notwendig. Eine Überversorgung berge zudem Gesundheitsrisiken.

Entgegen bisheriger Annahmen weise das amerikanische Institute of Medicine (IOM) in einer aktuellen Veröffentlichung darauf hin, dass für die Knochengesundheit eine Vitamin-D-Konzentration von 20 ng/ml für 97,5 Prozent der Bevölkerung völlig ausreichend sei, so die DGE.

Nahrungsergänzungsmittel und Vitamin- D-Zusätze zu Lebensmitteln seien aus medizinischer Sicht nur dann sinnvoll, wenn weitere Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen - etwa bei älteren Menschen, zumal diese meist auch sturzgefährdet sind, oder bei verminderter Knochendichte.

Die Osteoporosegefährdung lässt sich aus mehreren Faktoren einschließlich der Knochendichte berechnen. Bei schon bestehender Osteoporose ist jedoch eine richtig dosierte Vitamin-D-Zufuhr in jedem Fall eine wichtige Therapiemaßnahme, räumt die DGE ein.

Gemäß den Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) aus dem Jahr 2009 sind 800 bis 2000 IE Vitamin D pro Tag, zusammen mit 1000 mg Kalzium, ausreichend. Eine fälschlich zu hoch dosierte Vitamin-D-Zufuhr kann laut DGE schädlich sein: Es kann zu Erhöhungen des Kalziums im Blut mit Harnflut, Durst, Nierenverkalkungen, Übelkeit und Erbrechen kommen.

Die aktuelle DVO-Leitlinie empfiehlt zur generellen Osteoporose- und Frakturprophylaxe eine mindestens 30-minütige Sonnenlichtexposition von Armen und Gesicht pro Tag. Gelingt das nicht, sollte eine Supplementierung (800 bis 2000 IE oral täglich) erfolgen.

Und das empfiehlt die International Osteoporosis Foundation (IOF) in puncto Vitamin-D-Versorgung (Osteoporos Int 2010; 21: 1151): Ältere Menschen über 60 Jahre sollten täglich 800 bis 1000 IE Vitamin D oral aufnehmen, um den Zielwert (75 nmol/l; 30 ng/ml) zu erreichen.

Senioren mit Risikofaktoren wie zu wenig Sonnenlicht-Exposition oder Osteoporose sollten bis zu 2000 IE supplementieren. Um den individuellen Bedarf zu ermitteln, sollte der Serum-25OHD-Spiegel gemessen werden - das ist bisher ein IGeL-Angebot.

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