Ultraschall kann Früherkennung bei Morbus Bechterew erleichtern

BERLIN (gvg). Durch Ultraschalluntersuchungen von Sehnen und Sehnenansatzpunkten könnte sich künftig ein Morbus Bechterew früher feststellen lassen. Möglicherweise kann die Technik auch zur Therapiekontrolle genutzt werden.

Veröffentlicht:

Dieser neuartige Ansatz wurde von Dr. Maria-Antoinietta D’Agostino beim Europäischen Rheumatologenkongreß in Berlin vorgestellt. Die Rheumatologin von der Rheumaklinik im französischen Boulogne-Billancourt berichtete über ein an dieser Klinik entwickeltes Ultraschallverfahren, mit dem durch den Nachweis von Blutgefäßen entzündliche Sehnenveränderungen, wie sie bei vielen der Patienten mit Morbus Bechterew auftreten, von mechanischen Sehnenläsionen, wie sie etwa bei Patienten mit degenerativen Erkrankungen vorkommen, abgegrenzt werden können.

"Wir konnten zeigen, daß eine derartige Vaskularisierung bei Patienten mit degenerativen Erkrankungen, aber auch bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, praktisch nie auftritt, bei Bechterew-Patienten dagegen bei über achtzig Prozent der Patienten", berichtete D’Agostino.

In einer Studie mit 83 Patienten, bei denen der Verdacht auf einen Morbus Bechterew bestand, sei das Verfahren in den vergangenen zwei Jahren evaluiert worden. Untersucht wurden jeweils die Achillessehne und die Plantarfaszie. Dabei konnte, gemessen am Goldstandard, nämlich der Diagnose eines erfahrenen Rheumatologen nach zwei Jahren Krankheitsverlauf, mit der Ultraschalluntersuchung zu Beginn des zweijährigen Studienzeitraums eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 86 Prozent erreicht werden.

In einer weiteren Studie konnten die Franzosen zeigen, daß sich sogar Rückfälle nach einer Behandlung mit TNF-alpha-Blockern durch eine Zunahme der Vaskularisation der Sehnen vorhersagen lassen. Dies gelang auch, wenn die entsprechenden Patienten noch keine klinischen Symptome eines Rückfalls aufwiesen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systemischer Lupus erythematodes

13 Tipps zur Umsetzung der europäischen Lupus-Leitlinien

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert