Ärzte Zeitung, 14.06.2005

Gute Kombination für Arthritis-Patienten

Rituximab plus Methotrexat - diese Strategie bewährt sich bei schwerer Krankheit

WIEN (grue). Der monoklonale Antikörper Rituximab (MabThera®) kann in Kombination mit Methotrexat die Gelenkbeschwerden bei schwerer rheumatoider Arthritis (RA) lindern. Die Ergebnisse einer kontrollierten Dosisfindungsstudie wurden jetzt beim Rheumatologen-Kongreß in Wien vorgestellt.

Demnach bessert eine Kombitherapie aus Rituximab plus Methotrexat bei mindestens 54 Prozent der Patienten innerhalb von sechs Monaten die Beschwerden um 20 Prozent (ACR 20). Damit ist der Erfolg fast doppelt so groß wie bei Anwendung von Placebo.

Bei höherer Rituximab-Dosierung erreicht jeder Fünfte sogar einen ACR70, also eine um 70 Prozent reduzierte Krankheitsaktivität. "Damit könnte der CD20-Antikörper Rituximab zu einer neuen Option bei Patienten mit aktiver RA werden, soweit sie auf Basistherapien einschließlich Biologika nicht oder nicht mehr ansprechen", sagte Professor Paul Emery aus Leeds bei einer Pressekonferenz beim EULAR.

An der Studie DANCER (Dose-ranging Assessment iNternational Clinical Evaluation of Rituximab in RA) nehmen 465 RA-Patienten mit einer mittleren Krankheitsdauer von zehn Jahren teil. Sie waren mehrfach vorbehandelt und erhielten zu Studienbeginn im Mittel 16 mg Methotrexat pro Woche.

Alle Patienten bekamen im Abstand von zwei Wochen Injektionen mit Rituximab (500 und 1000 mg pro Injektion) oder Placebo. Zuvor erhielten die Patienten - wie in der Onkologie üblich - Steroide oder Placebo. "Rituximab war in beiden geprüften Dosierungen sehr effektiv", so Emery. Eine vorgeschaltete Steroidtherapie habe den Therapieerfolg zwar nicht verstärkt, i.v.- Prednisolon besserte aber die Verträglichkeit der ersten Rituximab-Infusion.

Das aus der Lymphom-Therapie bekannte Rituximab löste nur selten schwere unerwünschte Wirkungen aus (sieben Prozent versus drei Prozent mit Placebo). "Auch deshalb ist es ein idealer Kombipartner für Methotrexat, zumal auf Steroide im Hinblick auf die Effektivität durchaus verzichtet werden kann", so Emery.

Erst die Endauswertung der auf zwei Jahre angelegten Studie würden aber zeigen, ob die Patienten auch dauerhaft von der Therapie profitieren.

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