Ärzte Zeitung, 13.06.2005

Bechterew-Patienten profitieren von Therapie mit Etoricoxib

In einer Studie wurden die Effekte von Etoricoxib, Naproxen und Placebo unter die Lupe genommen / Vorteile für den COX-2-Hemmer

WIEN (gvg). Etoricoxib, ein selektiver Hemmstoff des Enzyms Cycloxygenase-2 (COX-2), kann bei Patienten mit Morbus Bechterew von Nutzen sein. In einer neuen Untersuchung war der Effekt größer als der eines nicht-selektiven COX-2-Hemmstoffs.

In der holländischen Studie mit 375 Patienten handele es sich um eine der wenigen Studien, in der jemals selektive und nicht-selektive nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bei Bechterew-Patienten verglichen worden seien, so Professor Tore Kvien aus Oslo in Norwegen.

Bei den Patienten, die vorher alle mit einem nicht-selektiven NSAR behandelt worden waren, wurden die Medikamente abgesetzt, und es wurde eine Auswaschphase eingehalten, so Kvien auf einer von MSD unterstützten Veranstaltung beim Rheumatologen-Kongreß in Wien.

Die Patienten, bei denen in dieser Phase die Krankheitsaktivität stieg, wurden nach dem Zufallsprinzip einer von vier Gruppen zugeordnet. Sie erhielten sechs Wochen lang entweder 90 mg oder 120 mg Etoricoxib (Arcoxia®), 1000 mg Naproxen oder Placebo. Nach sechs Wochen wurden die Patienten mit Placebo auf die drei anderen Gruppen verteilt.

Endpunkte waren unter anderem Veränderungen in dem standardisierten Index für funktionelle Einschränkungen BASFI, außerdem der Verlauf der Schmerzen in der Wirbelsäule und die ASAS-20-Antwort. ASAS-20 bedeutet eine mindestens 20prozentige Verbesserung in einem Index, der Krankheitsaktivität, Schmerz und funktionelle Parameter bei Morbus Bechterew berücksichtigt.

Sowohl Etoricoxib als auch Naproxen waren der Therapie mit Placebo in allen Endpunkten statistisch signifikant überlegen. Im direkten Vergleich schnitt Etoricoxib besser ab als das nicht-selektive NSAR. So erreichten 65 Prozent der Patienten, die Etoricoxib erhalten hatten, nach sechs Wochen eine ASAS-20-Antwort, und zwar unabhängig von der Dosierung der Substanz. In der Naproxen-Gruppe waren es nur 52 Prozent, in der Placebo-Gruppe 20 Prozent.

Ähnlich sah es bei der von den Patienten subjektiv zu bewertenden Krankheitsaktivität aus. Auf einer 100-Punkte-Analogskala lag der Wert nach sechs Wochen bei Etoricoxib-Therapie um 43 Punkte niedriger als zu Beginn. Mit Naproxen waren es 35 Punkte, mit Placebo 5 Punkte. Die Ergebnisse nach sechs Wochen seien über den Einjahreszeitraum konstant geblieben, so Kvien.

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