Ärzte Zeitung, 02.11.2005

"Gemeinsam mehr bewegen!"

50 000 junge Bundesbürger leiden an Rheuma / Spende von Wyeth Pharma

Von Jürgen Stoschek

Daß Rheuma eine Erkrankung ist, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind, ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Tatsächlich leben in Deutschland etwa 50 000 Kinder und Jugendliche, die an Rheuma erkrankt sind, berichtete kürzlich Dr. Hartmut Michels, Chefarzt am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen bei einer Informationsveranstaltung zusammen mit der Kinder-Rheumastiftung.

Schätzungsweise 12 000 Kinder und Jugendliche leiden an juveniler idiopathischer Arthritis, und jedes Jahr erkranken daran etwa 1000 Kinder neu. Befallen seien außer Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln oft auch innere Organe, das Nervensystem oder die Augen, sagte Michels. Etwa 5000 Kinder und Jugendliche gelten als chronisch krank.

Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen, eine Einrichtung der Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission, ist die weltweit größte Spezialklinik auf diesem Gebiet.

Seit mehr als 50 Jahren ist die Klinik Anlaufstelle nicht nur für Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland. Viele Patienten kommen auch aus dem europäischen Ausland. Und erst vor kurzem wurde wieder ein kleiner Patient aus Asien in Garmisch-Partenkirchen stationär betreut.

Rheuma habe für die betroffenen Kinder und Jugendlichen und deren Familien weitreichende Konsequenzen, sagte Dr. Karl Heinz Bierlein, der Vorsitzende der Kinder-Rheumastiftung, die vor fünf Jahren gegründet wurde, um zu einer besseren Versorgung beizutragen.

Schirmherrin der Stiftung ist Rosi Mittermaier, die ihr Engagement unter das Motto "Gemeinsam mehr bewegen!" gestellt hat. Damit sei nicht nur gemeint, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern, erläuterte die Sportlerin. Mehr Bewegungsfreiheit bedeute auch, den Kindern Perspektiven zu geben und Chancen zu eröffnen.

Seit Jahren unterstützt die Wyeth Pharma GmbH aus Münster die Kinder-Rheumastiftung. Das Unternehmen habe es sich zur Aufgabe gemacht, das Schicksal rheumakranker Kinder und Jugendlicher öffentlich zu machen und daran mitzuwirken, daß sich deren Lebensbedingungen und Heilungschancen verbessern, erklärte der Geschäftsführer des Unternehmens, Andreas Krebs, bei der Übergabe eines Schecks in Höhe von 33 000 Euro an die Schirmherrin der Kinder-Rheumastiftung, Rosi Mittermaier.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »