Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 01.02.2006

Erfolg mit Stammzelltherapie bei systemischem Lupus erythematodes

In einer Studie ließ sich die Krankheit bei 38 von 50 Patienten stoppen

CHICAGO (mut). Eine Transplantation mit autologen Stammzellen kann offenbar den meisten schwerkranken Lupus-Patienten wirksam helfen. Auch eine bereits vorhandenen Lupus-Nephritis bildet sich durch die Therapie zurück.

Bei den meisten Patienten mit systemischem Lupus erythematodes können Immunsuppressiva die Symptome gut lindern. Ein Teil der Patienten entwickelt aber eine schwere Form der Autoimmunkrankheit. Diese Patienten sprechen auf Arzneien kaum an und haben eine schlechte Prognose.

In einer Studie haben nun US-Ärzte eine autologe Stammzelltherapie bei 50 Patienten mit schwerem Lupus geprüft. Die Hälfte der Patienten hatte bereits eine Lupus-Nephritis, ebenfalls bei der Hälfte war die Lungenfunktion gestört, und bei zwei Dritteln war auch das ZNS betroffen - sie hatten epileptische Anfälle, Psychosen oder eine aseptische Meningitis (JAMA 295, 2006, 527).

Die Ärzte entnahmen diesen Patienten zunächst hämatopoetische Stammzellen und töteten dann im Körper der Patienten die teilungsfähigen Lymphozyten mit steigenden Dosierungen von Cyclophosphamid ab - darunter auch die auto-reaktiven Lymphozyten, die die Autoimmunreaktionen verursachen.

Gedächtnis-T-Zellen wurden mit Anti-Thymozyten-Globulin eliminiert. Anschließend erhielten die Patienten ihre Stammzellen zurück, um damit ein Immunsystem ohne auto-reaktive Lymphozyten aufzubauen.

Das Ergebnis: Nach im Schnitt 29 Monaten Beobachtungszeit kamen 38 der 50 Patienten ohne Immunsuppressiva aus - ein Patient bereits seit siebeneinhalb Jahren. Die Lupus-Nephritis bildete sich bei 18 von 25 Patienten zurück.

Von den zwölf Patienten ohne Therapieerfolg waren acht vor oder kurz nach der Transplantation an der Krankheit oder anderen Gründen gestorben. Die Forscher errechneten aus den Daten eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, nach der Therapie fünf Jahre ohne Immunsuppressiva zu leben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »