Ärzte Zeitung, 04.09.2006

Kollegen raten zu Magenschutz bei NSAR-Therapie

Bewährte Therapie mit Protonenpumpenhemmer / Eine Tablette pro Tag reicht zum Schutz vor Geschwüren aus

WIESBADEN (grue). Mit jährlich über 37 Millionen Verordnungen sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) die wichtigsten Arzneimittel. Bei regelmäßiger NSAR-Einnahme sollte allerdings die Magenschleimhaut mit Protonenpumpenhemmern (PPI) geschützt werden, raten Spezialisten.

Bei fortlaufender Behandlung mit NSAR bekommt einer von fünf Patienten nach drei Monaten ein endoskopisch nachweisbares Magen- oder Duodenalgeschwür. Darauf hat Professor Günter Krejs von der Universität Graz bei einer Veranstaltung des Unternehmens Altana in Wiesbaden hingewiesen.

Darüber hinaus gebe es unter einer NSAR-Langzeittherapie jährlich bei ein bis drei Prozent der Patienten schwere Ulkusblutungen oder Perforationen. Doch auch bei einer Coxib-Therapie könne es zu Blutungen kommen, vor allem bei Patienten, die solche Probleme zuvor schon bei einer NSAR-Behandlung hatten. Coxibe schnitten bei diesen Patienten im Vergleich zur kombinierten Therapie mit NSAR plus PPI ähnlich ab, sagte Krejs. Mit beiden Strategien lasse sich das Risiko für erneute Ulkusblutungen um etwa die Hälfte reduzieren.

Die für den Magenschutz am besten geeigneten Substanzen sind PPI wie Pantoprazol (Pantozol®), sagte der Gastroenterologe. Sie lindern dyspeptische Beschwerden, heilen vorbestehende Magengeschwüre und schützen vor NSAR-bedingten Schleimhautschäden. "Protonenpumpenhemmer sind bewährte und sichere Medikamente", so Krejs. Eine Tablette pro Tag reiche aus, um das Risiko für unerwünschte NSAR-Wirkungen im Magen-Darm-Trakt deutlich zu reduzieren.

Nur vor Geschwüren im unteren Darmtrakt könnten sie nicht schützen, so Krejs. Für Patienten mit hohem Ulkusrisiko seien deshalb Coxibe die bessere Wahl, sie sollten aber ebenfalls mit einem PPI kombiniert werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »