Ärzte Zeitung, 13.07.2006

Neue Therapie-Option bei Morbus Bechterew

TNFα-Blocker wirkt auch, wenn schon Verknöcherungen bestehen / Einsatz bei schwerer aktiver Erkrankung

FRANKFURT AM MAIN (hub). Für die Therapie von Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS, Morbus Bechterew) gibt es jetzt eine weitere Option. Der TNFα-Blocker Adalimumab wurde EU-weit für diese Indikation zugelassen.

Die Wirksamkeit des monoklonalen humanen Antikörpers wurde in der ATLAS-Studie bei 315 Patienten mit aktiver AS nachgewiesen. 208 Patienten erhielten alle 14 Tage 40 mg Adalimumab (Humira®) subkutan, 107 Placebo. Nach zwölf Wochen ging die Ausprägung der Symptome bei 58 Prozent der Patienten mit dem TNFα-Blocker um 20 Prozent zurück, in der Placebogruppe nur bei 21 Prozent. Das berichtete Professor Joachim Sieper von der Charité Berlin bei einer Veranstaltung von Abbott Immunology in Frankfurt am Main.

Nach 24 Wochen hatten 75 Prozent der Teilnehmer im Verumarm eine 20prozentige Symptomreduktion, im Placeboarm 18,7 Prozent der Patienten. Auch AS-Patienten mit bereits bestehenden Verknöcherungen sprachen auf die Therapie mit dem TNFα-Blocker an, so Sieper. So hatte jeder zweite dieser Patienten nach zwölf Wochen Therapie mit dem Biological eine Symptomreduktion um 20 Prozent, nach 24 Wochen zwei von drei Patienten. In der Placebogruppe hat das kein Patient erreicht.

Gegen die axiale Form der AS sind außer NSAR nur noch TNFα-Blocker eine Therapie-Option, so Professor Klaus Krüger aus München. Bei peripherer Arthritis eignen sich auch Sulfasalazin und intraartrikuläre Steroid-Injektionen. Die Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt die Therapie mit TNFα-Blockern, wenn diese Kriterien erfüllt sind: Symptome seit sechs Monaten, erhöhte Aktivität seit einem Monat, zwei NSAR in höchster zugelassener Dosierung ohne ausreichenden Erfolg, Expertenvotum auf Basis objektiver Parameter - etwa BSG, CRP, MRT, Röntgen.

Weitere Informationen im Internet: www.rheumanet.org

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