Direkt zum Inhaltsbereich

Rheuma - das ist ein Grund mehr, gegen Atemwegsinfekte zu impfen

WIESBADEN (hub/mal). Gerade Rheuma-Kranke, auch die unter 60jährigen, sollten jetzt gegen Influenza und Pneumokokken-Infekte geimpft werden! Diesen Appell haben Rheumatologen beim Rheuma-Kongreß in Wiesbaden an Hausärzte gerichtet.

Veröffentlicht:

"Erwachsene mit rheumatischen Krankheiten - grob 80 Prozent von ihnen haben eine Rheumatoide Arthritis (RA) - haben ja im Vergleich zu Menschen ohne Rheuma doppelt so häufig Atemwegsinfekte", gibt Privatdozent Dr. Stefan Rehart vom Markus-Krankenhaus in Frankfurt/Main zu bedenken. Die Erkrankung selbst schwäche das Immunsystem, so Rehart zur "Ärzte Zeitung", aber auch die Therapie mit Steroiden oder Biologicals könne sich hier negativ auswirken.

Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken-Infekte sollten deshalb nicht nur wie üblich alle über 60jährigen bekommen, sondern nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie auch jüngere Patienten.

Rehart rät, am besten vor Start einer immunmodulatorischen Therapie zu impfen oder zwischen zwei Therapie-Zyklen. Vereinzelt könne es dabei infolge der Impfung zwar zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden kommen. Bedenken aber, daß sich Impfungen negativ auf den Krankheitsverlauf auswirkten, seien nach derzeitigem Wissen unbegründet, so Rehart.

Nicht geimpft werden sollten Patienten in schlechtem Allgemeinzustand und Patienten im RA-Schub mit starken Gelenkschwellungen. Und immunsupprimierte Patienten sollten keine Lebendimpfstoffe bekommen, erinnert Rehart.

Daß bei Rheuma eher zuwenig als zuviel geimpft wird, darauf läßt auch eine Erhebung aus dem Jahr 2003 bei Kindern schließen. Für Diphtherie, Tetanus und Röteln etwa liegt danach die Durchimpfungsrate bei rheumakranken Kindern nur bei 60 bis 70 Prozent.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Informationskampagne

Wartezimmerplakate bieten Rheuma-Wissen to go

Differenzialdiagnostik bei Enthesiopathie

Wann Sehnenbeschwerden wahrscheinlich rheumatisch bedingt sind

Deutsche Real-World-Analyse

Frakturdiagnostik: Noch kann‘s Kollege KI nicht allein

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautkrebs

Wie sich das Bräunen im Solarium auf das Melanom-Risiko auswirkt

Lesetipps
Bakterien im Blutgefäß

© Artur / stock.adobe.com

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Grafik eines übergewichtigen Menschen und einem EKG

© Dr_Microbe/stock.adobe.com

Kardiometabolische Erkrankungen

Adipositas und Vorhofflimmern: Besteht ein direkter Zusammenhang?

Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?