Ärzte Zeitung, 20.02.2007

Etanercept wirkt bei Psoriasis-Arthritis lang

Effekt von TNFα-Blocker hält nach zwei Jahren weiter an / Fortschreiten der Gelenkerkrankung wird gebremst

BERLIN (gvg). Patienten mit Psoriasis-Arthritis profitieren auch noch nach zweijähriger Therapie von der Behandlung mit Etanercept. Das im Röntgenbild sichtbare Fortschreiten der Erkrankung wird gehemmt, der günstige Effekt auf den Hautbefund hält an.

Das belegt eine ein Jahr lang offen weitergeführte, ursprünglich Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie. Von anfangs 205 Patienten nahmen 169 an der offenen Weiterführung der Studie teil. Die Hälfte hatte von Anfang an Etanercept (Enbrel®) bekommen. Die andere Hälfte wechselte zu Beginn der offenen Studienphase von Placebo auf Etanercept (zweimal wöchentlich 25 mg).

In der Gruppe derer, die bis zu zwei Jahre lang Etanercept erhalten hatten, konnte die bereits nach einem halben Jahr erzielte Besserung des radiologischen Gelenkbefunds über den gesamten Behandlungszeitraum aufrecht erhalten werden. Der Total Sharp Score (TSS), der das radiologische Ausmaß von Erosionen (0 bis 5 Punkte) und Gelenkspaltverschmälerung (0 bis 4 Punkte) beschreibt, besserte sich um 0,4 Punkte und blieb auf diesem Niveau.

Bei den Patienten, die zunächst Placebo bekommen hatten, verschlechterte sich der TSS unter Placebo um 0,7 Punkte. Durch die folgende Umstellung auf Etanercept konnte diese Verschlechterung innerhalb eines Jahres teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Nach bis zu 24 Monaten lag der TSS in dieser Gruppe noch 0,5 Punkte über dem zu Studienbeginn (The Journal of Rheumatology 33, 2006, 712).

Ähnliches galt für die Resultate bei den Psoriasis-Läsionen an der Haut. Nur etwa ein Viertel der Patienten in der ursprünglichen Placebo-Gruppe hatte nach bis zu einem Jahr Placebo-Therapie eine mindestens 50-prozentige Verbesserung im PASI (Psoriasis Area and Severity Index), einem Score, der Ausdehnung und Ausprägung der Hautläsionen beschreibt. Zwölf Wochen nach Umstellung auf Etanercept traf dies für 60 Prozent zu und damit für etwa so viele wie bei denen, die durchgehend mit Etanercept therapiert wurden.

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