Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 11.10.2007

Plädoyer für aggressive Frühtherapie

Initialtherapie mit Infliximab bremst Progression von Rheuma am besten / Vier-Jahres-Daten der BeSt-Studie

HAMBURG (sir). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) kann eine frühzeitig begonnene TNFα-Blocker-Therapie Vorteile haben. Das radiologische Fortschreiten wird effektiv gebremst und sogar Remissionen scheinen möglich.

Diese Schlussfolgerung hat der Rheumatologe Professor Klaus Krüger aus den Vier-Jahres-Daten der noch laufenden BeSt*-Studie gezogen. Biologicals wie die TNFα-Hemmer werden, auch wegen ihrer hohen Kosten, derzeit meist erst als zweite oder dritte Therapieoption bei RA eingesetzt. Aufgrund der BeSt-Daten könnte sich dies in Zukunft möglicherweise ändern.

In der randomisierten, einfach verblindeten, auf fünf Jahre angelegten Multicenterstudie aus den Niederlanden wird der Nutzen vier verschiedener Therapieformen bei 508 Patienten mit RA untersucht: Eine Gruppe erhält eine sequenzielle Monotherapie mit Basistherapeutika, die zweite Gruppe eine Step-up-Kombinationstherapie mit Basistherapeutika. Die dritte Gruppe bekommt eine initiale Kombinationstherapie aus Basistherapeutika und Prednison und die vierte Gruppe eine initiale Kombination des TNFα-Blockers Infliximab (Remicade®) mit Methotrexat (MTX). Alle drei Monate wird die Krankheitsaktivität mithilfe des Diseasee Activity Scores 44 bestimmt. Bei mehr als 2,4 Punkten wird die Therapie angepasst.

Der Anteil der Patienten mit einem radiologischen Fortschreiten der Erkrankung war in der Gruppe, die von Anfang an mit Infliximab plus MTX behandelt worden ist, mit 25 Prozent am geringsten. "Dabei war gerade in diesem Studienarm bei den meisten Patienten, nämlich bei 70 Prozent, keine Therapieeskalation notwendig gewesen", so Krüger bei der Veranstaltung von essex pharma in Hamburg.

Und auf die Gabe des Biologicals zusätzlich zu MTX konnte bei vielen Patienten verzichten werden, die initial Infliximab plus MTX erhielten: nach zwei Jahren war das bei 56 Prozent möglich, nach drei Jahren bei 53 Prozent und bei 51 Prozent nach vier Jahren, berichtete der Rheumatologe. Etliche dieser Patienten hätten außerdem auch kein Methotrexat mehr gebraucht, auf eine Medikation konnte somit ganz verzichtet werden. Nur rund 30 Prozent der initial mit Infliximab Behandelten hätten nicht auf die Therapie angesprochen.

BeSt = Behandlungs-Strategien

STICHWORT

DAS 44

Der DAS 44 (Disease Activity Score) ist ein Instrument zur Beurteilung der aktuellen Krankheitsaktivität bei Rheumatoider Arthritis: Er berücksichtigt die klinische Beurteilung von 44 Gelenken an Händen und Füßen, Laborparameter wie BSG oder CRP und das subjektive Befinden des Patienten. Die Skala reicht von 0 bis 10 (0 gleich fehlende Krankheitsaktivität). Ein Wert unter 1,6 gilt als Remission. (eb)

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