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Mit Antirheumatika seltener Herzinfarkt

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Ein gesundes Herz - möglicherweise beugen manche Antirheumatika einem Infarkt vor.

Ein gesundes Herz - möglicherweise beugen manche Antirheumatika einem Infarkt vor.

© Foto: sebastian kaulitzkiwww.fotolia.de

LAS PALMAS (mut). Eine Therapie mit Antirheumatika wie Methotrexat, Leflunomid und TNF-Alpha-Blockern kann möglicherweise das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko bei Rheuma-Patienten um ein Viertel bis um die Hälfte reduzieren. Darauf deuten Daten einer neuen Querschnittsstudie.

Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) haben bekanntlich ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko. Nach Studiendaten bekommen sie im Schnitt zehn Jahre früher ein kardiovaskuläres Ereignis als Menschen ohne RA. Insgesamt ist das Risiko für solche Ereignisse bei ihnen um 30 bis 60 Prozent erhöht, schätzen Ärzte aus Las Palmas in Spanien.

Zusammen mit Kollegen aus 15 europäischen Ländern, den USA und Argentinien haben sie insgesamt 4360 Patienten mit RA untersucht. Dabei wurde auch die Rheuma-Therapie unter die Lupe genommen, und die Patienten wurden nach kardiovaskulären Ereignissen in der Vergangenheit befragt. Bei etwa zehn Prozent der Patienten waren solche Ereignisse bereits aufgetreten - in Deutschland war dieser Wert mit knapp 18 Prozent am höchsten (Arthritis Research & Therapy 2008, 10:R30).

Eines der Ergebnisse der Untersuchung: Patienten mit den Therapeutika Methotrexat, Leflunomid oder TNF-Alpha-Blockern hatten in der Vergangenheit viel seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen als Patienten mit einer anderen Therapie.

Die Ärzte berechneten aus den Daten, dass bei Patienten mit einem Jahr Methotrexat-Therapie die Herzinfarktrate um 18 Prozent und die Apoplexie-Rate um 11 Prozent reduziert ist. Für Leflunomid liegen diese Werte bei 48 und 9 Prozent, für TNF-Alpha-Blocker sogar bei 58 und 36 Prozent. Bei anderen Antirheumatika wie Glukokortikoiden oder Sulfasalazin ließ sich kein oder nur ein geringer Effekt auf die Herzinfarkt- und Schlaganfallrate feststellen.

Die Studienautoren geben allerdings zu bedenken, dass der Anteil der Patienten mit Leflunomid und TNF-Alpha-Blockern relativ gering war - dies könnte das Ergebnis verzerrt haben. Bei den Ergebnissen handelt es sich zudem nur um Korrelationen - ob die genannten Arzneien tatsächlich das Infarktrisiko senken, muss in Interventionsstudien geprüft werden.

Als mögliche Schutz-Mechanismen werden die antientzündlichen und gefäßprotektiven Wirkungen der Mittel diskutiert. TNF-Alpha-Blocker greifen zudem günstig in den Fettstoffwechsel ein.

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