Rheuma

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Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

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Ärzte Zeitung, 23.07.2008

Remission muss heute Ziel bei RA sein

Mit TNF-alpha-Hemmer ist Remission möglich / Durch frühe Behandlung lässt sich das Therapie-Ergebnis verbessern

PARIS (kat). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) kann mit TNFα-Blockern so viel erreicht werden, dass die Therapie-Paradigmen geändert werden müssen. "Ziel muss heute die Remission sein", forderte Professor Ferdinand Breedveld, Präsident der europäischen Rheuma-Liga EULAR.

Mehrere Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Remission möglich ist. Die klinisch-funktionelle Remission unterscheidet sich von der radiologischen Remission. Seit Neuem könne zudem der Ultraschall die restliche Entzündungsaktivität in der Synovia aufspüren.

Und hier zeigt sich, dass es bei klinischer Remission Unterschiede zwischen Arzneien gibt: Mit traditionellen Basistherapeutika gebe es oft noch eine Aktivität, die bei etwa zehn Prozent der Patienten zu Gelenkverschleiß und langfristig zu funktionellen Einschränkungen führen könne, so Breedveld.

RA-Aktivität oft trotz einer Basistherapie.

Bei RA-Patienten, die auf TNFα-Hemmer ansprechen, sei das selten. Mit diesen Biologicals könne auch eine radiologische Remission erreicht werden. Wahrscheinlich ist dafür die lokal hemmende Wirkung der TNFα-Blocker auf Osteoklasten im Gelenk die Ursache.

Der andere Aspekt des Paradig-menwechsels betrifft den Zeitpunkt der Therapie. "Wir müssen das Feuer löschen, bevor das ganze Haus brennt", betonte Breedveld. Durch frühe Therapie mit TNFα-Blockern lasse sich das Therapie-Ergebnis deutlich verbessern: Die Wirkung trete schneller ein, rette mehr Gelenksubstanz und lasse vor allem die Patienten erst gar nicht abgeschlagen und müde sein. "Ohne Fatigue und Schmerz durch die RA bleiben sie länger beschäftigt, statt sich früh berenten zu lassen", so Breedveld.

Studien hätten gezeigt, dass Patienten, die zusätzlich zu Methotrexat (MTX) einen TNFα-Hemmer erhalten, im Vergleich zu Patienten mit MTX-Monotherapie 20 Tage pro Jahr mehr arbeiten konnten. In der Studie PREMIER fehlten die Patienten nach zwei Jahren mit Adalimumab (Humira®) plus MTX nur halb so oft wie mit einer MTX-Monotherapie.

Das erste halbe Jahr nach initialer MTX-Therapie sei entscheidend. Werde innerhalb dieses Zeitfensters keine klinische Remission erreicht, sei es wünschenswert, sofort einen TNFα-Blocker hinzuzunehmen. Nach stabiler Remission für mindestens sechs Monate könne die Therapie schrittweise zurückgefahren werden, so der Rheumatologe von der Uni Leiden in den Niederlanden.

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