Direkt zum Inhaltsbereich

TNF-a-Hemmer bremst früh radiologische Progression

PARIS (sir). Die radiologische Progression bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) kann durch Therapie mit dem neuen TNF-a-Hemmer Certolizumab pegol aufgehalten werden. Dies gilt auch dann, wenn keine klinische Besserung eintritt.

Veröffentlicht:
Entzündete Gelenke der Hand bei Rheumatoider Arthritis.

Entzündete Gelenke der Hand bei Rheumatoider Arthritis.

© Foto: Sebastian Kaulitzkiwww.fotolia.de

Aus zwei Studien schieden knapp 500 RA-Patienten wegen mangelnder Wirksamkeit aus. Das waren 20 Prozent aus der Gruppe mit dem neuen TNF-a-Hemmer plus Methotrexat (MTX) und bis zu 80 Prozent derjenigen, die nur MTX erhielten. Eine Post-Hoc-Analyse der Daten dieser Patienten hat ergeben: Auch jene, die in den Wochen 12 und 14 nicht die ACR20-Kriterien erfüllten, also keine 20-prozentige klinische Besserung erlebten, profitierten von der Therapie mit Certolizumab.

"In beiden Studien war das Fortschreiten der radiologischen Progression mit Certolizumab plus MTX signifikant geringer als nur mit MTX", so Professor Desirée van der Heijde aus Maastricht. So war der modifizierte Total-Sharp-Score (mTSS, 0 bis 5 Punkte) bei den wegen Unwirksamkeit ausgeschiedenen Teilnehmern beider Studien in der Kombigruppe in Woche 16 nur um 0,2 Punkte gestiegen. Mit MTX allein waren es dagegen durchschnittlich 0,8 bis 1 Punkt mehr als zu Studienbeginn. Ein Anstieg bedeutet eine radiologisch sichtbare Verschlechterung.

Van der Heijde resümierte beim europäischen Rheuma-Kongress in Paris: "Diese Untersuchung bestätigt frühere Beobachtungen, nach denen der radiologische Erfolg nicht immer mit dem Erreichen einer klinischen Antwort verbunden sein muss." Certolizumab pegol bremse offenbar bereits früh die radiologische Progression: "Der Effekt ist sogar schon in Woche 16 sichtbar."

Certolizumab pegol

Certolizumab pegol (CZP) des Unternehmens UCB ist ein Hemmer des Tumor-Nekrose-Faktors alpha (TNF-a). Der humanisierte Antikörper hat zwei Besonderheiten: Erstens wurde die Fc-Domäne des Antikörpers weggelassen. Dadurch ist das Molekül kleiner und potenziell gewebegängiger. Zweitens wurde die verbleibende Antikörper-bindende Region (Fab) mit Polyethylenglycol verbunden, also pegyliert. So wird die Halbwertzeit verlängert. CZP wird derzeit in klinischen Studien zur Therapie von Patienten mit Rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn getestet. (sir)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Senioren mit instabiler Femurhalsfraktur

Schützt die Hüft-TEP mit Dual-Mobility-Technik vor Luxationen?

Kommentar zum Thema Laborkontrollen unter MTX-Therapie

Wo keiner hinschaut, ist auch nichts

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein älterer Mann bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV

Ein Mann inhaliert

© Angelov / Stock.adobe.com

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie