Ärzte Zeitung, 12.09.2008

Rheuma erhöht Fehltage bei der Arbeit um das Fünffache

Hohe indirekte volkswirtschaftliche Kosten

BERLIN (hub). Die Rheumatoide Arthritis (RA) beeinträchtigt die Patienten bereits im ersten Jahr auch sozial stark: Die Arbeitsunfähigkeit nimmt um das Fünffache zu.

Geschwollene Fingergrundgelenke bei Rheumatoider Arthritis.

Foto: Kary, m.frdl. Genehmigung v. Dr. R. Alten

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Ausgewertet wurden Daten der vergangenen zehn Jahre von Patienten mit entzündlichem Rheuma, etwa RA, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis oder auch systemischem Lupus erythematodes.

Bei RA waren im ersten Jahr nach der Diagnose Männer im Mittel elf Tage und Frauen acht Tage arbeitsunfähig (Z Rheumatol 67, 2008, 157). Im Vergleich mit allen Krankenversicherten hatten RA-Patienten damit fünfmal so viele Fehltage. Noch erwerbstätige RA-Patienten mit längerer Krankheitsdauer - 70 Prozent hatten mindestens fünf Jahre die Erkrankung - hatten Arbeitsunfähigkeitsereignisse von mehr als acht Wochen.

Zwischen den drei bedeutendsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gab es nur geringe Unterschiede: Ob RA, M. Bechterew, Psoriasis-Arthritis - die Krankheitsdauer war ähnlich lang. Rheuma führt dabei auch in die Frühverrentung: Die Erwerbstätigkeit ist bei RA-Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung um 43 Prozent vermindert.

Die Zahlen sind auch volkswirtschaftlich relevant: Bei einer Krankheitsdauer von zwei bis drei Jahren ermittelten die Studienautoren um Professor Angela Zink von Deutschen Rheumaforschungszentrum: Die indirekten Kosten der RA betragen bei einer Dauer der RA von unter fünf Jahren etwa 6000 Euro pro Jahr und Patient, bei über zehn Jahren Dauer fast 16 000 Euro.

Daten zur Hilfs- und Pflegebedürftigkeit der RA-Patienten sind nur wenige verfügbar. Sie nimmt mit der Dauer der Erkrankung zu: Nach 20-jähriger Dauer ist mehr als die Hälfte der Patienten betroffen.

Lesen Sie auch:
Zirkadiane Rhythmik wird zur Therapie bei Rheumatoider Arthritis genutzt
Adipositas verfälscht CRP-Werte bei Rheuma
Morgensteifigkeit korreliert mit Schwere der Arthritis

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »