Ärzte Zeitung, 22.01.2009

Methotrexat-Therapie wird erleichtert

Eine neue Applikationsform von Methotrexat für Rheumakranke vereinfacht die Therapie.

Von Wiebke Kathmann

Methotrexat (MTX) hat sich seit mehr als 50 Jahren in der Therapie bei Rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis bewährt. Es ist der Klassiker unter den Basistherapeutika und wird in nationalen und internationalen Leitlinien für die Primärtherapie und in der Kombitherapie empfohlen. Aber auch bei einem bewährten Therapeutikum gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Eine Option sei die Umstellung von der oralen auf die parenterale Gabe, so Professor Martin Fleck aus Regensburg.

Das sei bisher schon der klinische Eindruck gewesen, aber erst jetzt in einer Studie bestätigt worden, so Fleck auf einem von medac unterstützten Symposium beim Rheuma-Kongress in Berlin. In der Studie wurden MTX-naive Patienten mit aktiver RA - also einem DAS 28 (0 bis 10 Punkte) über 4 Punkte - randomisiert mit MTX in der Dosis von 15 mg entweder oral plus Placebospritze oder subkutan plus Placebotablette behandelt. Patienten, die unter der oralen Therapie keine mindestens 20-prozentige Besserung der Symptome erzielten, konnten nach 16 Wochen auf die subkutane Applikation umgestellt werden. Bei Nonrespondern auf die subkutane Dosis konnte auf 20 mg erhöht werden.

Subkutane Behandlung ist von Vorteil.

Die Ergebnisse: Signifikant mehr Patienten erzielten bei gleicher Dosierung unter subkutaner MTX-Gabe eine 20- oder 70-prozentige Besserung der Symptome. Besonders Patienten mit mehr als einjähriger Krankheitsdauer profitierten stärker von der subkutanen Gabe - und zwar mehr als von einer Dosiserhöhung.

Eine weitere Verbesserung biete die für Mitte Februar erwartete neue Fertigspitze mit einer höher dosierten MTX-Lösung. Statt 10 mg MTX/ml enthält sie 50 mg/ml. Es muss also ein deutlich geringeres Volumen unter die Haut gespritzt werden. In der Zwischenanalyse einer offenen Multicenterstudie nach sechs Applikationen, davon je drei mit der niedrigeren oder hochkonzentrierten Lösung, bevorzugten Ärzte und Patienten die Fertigspritze mit der hochdosierten MTX-Lösung. Der Unterschied des Spritzenvolumens von 0,4 ml statt 2 ml, um die festgelegte Dosis von 20 mg pro Woche zu applizieren, machte sich positiv bemerkbar.

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