Ärzte Zeitung, 17.12.2008

Bei RA sind Glukokortikoide für die Gelenke ein Segen

Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis wird mit Glukokortikoiden die Gelenkzerstörung reduziert

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis können Glukokortikoide die Gelenkzerstörung um bis zu siebzig Prozent reduzieren. Das zeigt eine kürzlich publizierte Metaanalyse.

Ergebnisse einer Metaanalyse

Die Ergebnisse dieser Auswertung, die Teil der Cochrane-Datenbank ist, wurden von Professor John Kirwan vom Royal Infirmary Krankenhaus in Bristol in Großbritannien beim Deutschen Rheuma-Kongress in Berlin erörtert.

"Selbst bei konservativster Interpretation der Daten bleibt die Evidenz, dass Glukokortikoide die Gelenkzerstörung aufhalten können, noch überzeugend", so Kirwan bei der von Merck Serono unterstützten Veranstaltung.

In die Analyse sind 15 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 1414 Teilnehmern eingegangen, in denen Informationen zum radiologischen Verlauf der Erkrankung gesammelt wurden. Die Patienten hatten meist eine frühe Rheumatoide Arthritis und erhielten Glukokortikoide über in der Regel ein bis zwei Jahre als Zusatztherapie zu einer bestehenden Basistherapie. Die mittlere kumulative Dosis lag bei 2300 mg im ersten Behandlungsjahr.

Der Effekt der zusätzlichen Kortikoidtherapie auf die Gelenke wurde verglichen mit Patienten, die zwar Basistherapeutika und NSAR, aber keine Glukokortikoide erhalten hatten. "In der günstigsten Studie war die radiologische Progression durch eine einjährige Kortikoidtherapie um im Mittel 70 Prozent geringer als bei NSAR-Therapie plus Basistherapie", sagte Kirwan in Berlin.

Auch in der Gesamtauswertung war der Nutzen der Kortikoide deutlich: Über alle Studien hinweg gerechnet hatten Patienten mit Glukokortikoiden bei Anwendung unterschiedlicher radiologischer Standardscores 60 Prozent weniger radiologische Veränderungen.

Bei jenen 806 Patienten der Metaanalyse, die an mehrjährigen Studien teilgenommen hatten, ließ sich das noch genauer beziffern: Hier war die radiologische Progression der Rheumatoiden Arthritis nach einem Jahr um 55 Prozent und nach zwei Jahren um 58 Prozent geringer als in der Kontrollgruppe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »