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Fernreise mit Rheuma - da ist Beratung nötig

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Immunsuppression und Fernreise? Das geht! Patienten mit Rheuma müssen dabei nur einiges beachten, dann ist auch eine Fernreise durchaus möglich.

Von Wiebke Kathmann

Traumhaft: Strand, Wetter, Wasser - auch für Rheumatiker unter Immunsuppression realistisch.

Traumhaft: Strand, Wetter, Wasser - auch für Rheumatiker unter Immunsuppression realistisch.

© Foto: amridesignwww.fotolia.de

Rheumapatienten mit effektiver Therapie geht es heute so gut, dass sie durchaus zu Fernreisen aufgelegt sind. Die Rheumatoide Arthritis (RA) oder die immunsuppressive Therapie sind auch kein Grund, sie davon abzubringen. Eine frühzeitige reisemedizinische Beratung ist dagegen angezeigt.

Auch immunsupprimierte Patienten sehen es heute als selbstverständlich an, in tropische Gefilde zu reisen. Etwa ein Drittel verreise in Länder der Dritten Welt. Dort drohten nicht nur Infektionen mit allerlei Krankheitserregern, sondern unter Umständen auch eine Reaktivierung der Grunderkrankung oder Interaktionen der Immunsuppressiva mit der Reisemedikation, sagte Privatdozentin Nina Babel von der Charité Berlin. Auf all diese potenziellen Urlaubszwischenfälle müsse der Patient vorbereitet werden - denn auf kompetente ärztliche Hilfe vor Ort ist nicht überall Verlass.

Patientenschulung wichtig für die Reisevorbereitung

Babel bezeichnete die Schulung des Patienten hinsichtlich Krankheitsvorbeugung und Krisenmanagement als den wichtigsten Teil der Reisevorbereitung. Die üblichen hygienischen Vorkehrungen zur Vermeidung einer Reisediarrhoe müssten noch genauer eingehalten werden als von Gesunden. Für den Fall der Fälle sei eine Selbstmedikation mit Fluorochinolonen möglich, so Babel beim Rheuma-Kongress in Berlin. Überhaupt gehörten Stand-by-Antibiotika in die Reiseapotheke.

Ähnlich strikt wie die Nahrungsmittelauswahl sollte der Mückenschutz gehandhabt werden. Langärmlige Kleidung, Moskitonetz und Insektenschutzmittel seien in gefährdeten Regionen Pflicht. Babel gab noch den Hinweis, dass Insektenschutzmittel nach der Sonnencreme aufgetragen werden sollten. Ob eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe erforderlich ist, müsse im Einzelfall anhand der Reiseroute entschieden werden.

Zur Reisevorbereitung gehört selbstverständlich auch ein aktueller Gesundheitscheck inklusive Kontrolle des Impfstatus.

Lücken bei Impfungen rechtzeitig schließen!

"Lücken bei Standardimpfungen sollten so rechtzeitig aufgefüllt werden, dass die Zeit notfalls noch für eine Boosterung reicht," sagte Babel. Sie riet auch zu einer FSME-Impfung. Was typische Reiseimpfungen angeht, bestünden bei der japanischen Enzephalitis keine Bedenken. Bei Typhus sei die Impfprophylaxe umstritten. Problematisch sei die Prophylaxe gegen Cholera und Gelbfieber - beides sind Lebendimpfungen. Von Reisen in Länder, in denen sie obligat sind, sollte daher abgeraten werden. Sie riet dazu, Patienten eindringlich auch die Notwendigkeit eines ausreichenden Sonnenschutzes hinzuweisen, da das Melanom-Risiko unter Immunsuppressiva stark erhöht sei.

Nur für Fachkreise: Fragen zu Impfungen bei Immunsuppression können auch bei der kostenlosen "Hotline Impfen" der Ärzte Zeitung gestellt werden: www.aerztezeitung.de

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