Ärzte Zeitung, 20.03.2009

Rheuma-Patienten jetzt besser versorgt

Dauer der Arbeitsunfähigkeit von 2001 zu 2007 halbiert / Bessere Kooperation von Haus- und Fachärzten

WIESBADEN (hub). Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) werden immer besser versorgt. Das zeigt sich an harten Endpunkten: Häufigkeit und Dauer der Arbeitsunfähigkeit sinken.

Diese positive Nachricht hat eine Auswertung der Daten von über 33 000 RA-Patienten der Kerndokumentation des Deutschen Rheumaforschungszentrums in Berlin ergeben. "Die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist von etwa 80 Tagen im Jahr 2001 auf etwa 40 Tage im Jahr 2007 gesunken", sagte Professor Klaus Krüger beim Rheuma Update in Wiesbaden. Abgenommen hat auch der Teil von RA-Patienten, die wegen der Erkrankung arbeitsunfähig waren. Er ging von 2001 bis 2007 von 40 auf 15 Prozent zurück. Diese Ergebnisse korrelieren auch mit der durchschnittlichen Krankheitsaktivität. "Sie nahm von 4,1 auf unter 3,1 Punkte im DAS 28 ab", ergänzte der Rheumatologe aus München. Der Score reicht von null bis zehn Punkten.

Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe: Zum einen werden mehr RA-Patienten mit den modernen Biologicals, etwa den TNFα-Blockern versorgt. "2001 erhielten knapp vier Prozent der RA-Patienten Biologicals, 2007 waren es 16 Prozent", so Krüger.

Doch nicht nur moderne Arzneien, auch Ärzte haben einen Anteil an der Entwicklung. So sind Hausärzte heute wachsamer, wenn Patienten mit Verdachtssymptomen einer RA in die Praxis kommen. Und sie kennen die Symptome - Morgensteifigkeit, Fingergelengschwellungen, erhöhte BSG- oder CRP-Werte - besser und filtern die Patienten für die Überweisung zum Rheumatologen genauer, sagte Professor Wolfgang Rüther aus Bad Bramstedt zur "Ärzte Zeitung". Viele Rheumatologen haben zudem Früharthritis-Sprechstunden eingerichtet. So wird ein früher Therapiebeginn ermöglicht - Voraussetzung für eine Remission. Ziel bleibt es, eine Therapie innerhalb der ersten drei Monate der RA zu starten.

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