Ärzte Zeitung, 27.04.2009

Frühe Diagnose und Therapie - das bremst die Gelenkschäden

Frühe Diagnose und Therapie - das bremst die Gelenkschäden

Autoimmunprozesse als Ursache und systemische Auswirkungen sind der gemeinsame Nenner vieler chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Psoriasis oder Morbus Crohn.

Von Andreas Häckel

Nur bei frühzeitiger Intervention lassen sich die irreversible Gewebszerstörung aufhalten und die kardiovaskuläre Komorbidität verringern. Wenn es gelingt, die Diagnose in den ersten Krankheitsmonaten zu stellen, ist durch konsequente Therapie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine klinische Remission zu erreichen. Auch die radiologische Progression lasse sich bremsen, betonte Professor Markus Gaubitz aus Münster am Beispiel der Rheumatoiden Arthritis.

Frühe Diagnose und Therapie - das bremst die Gelenkschäden

Symbolische Darstellung von entzündeten Gelenken der Hand, von denen die Schmerzen ausgehen.

Foto: Sebastian Kaulitzki@fotolia.de

Besondere Aufmerksamkeit sei dem untypischen Frühstadium zu widmen, in dem weniger eindeutige und wechselnde Symptome dominieren. Die Patienten haben unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit. Synovitiden oder klassische Muster des Gelenkbefalls fehlen häufig. Hilfreich ist die Abklärung von Morgensteifigkeit sowie von länger als sechs Wochen anhaltenden Schwellungen von mehr als zwei Gelenken.

Wichtig ist, auf Zeichen der Entzündung zu achten

Es lohne sich auch, auf Entzündungszeichen - idealerweise gemessen als CRP-Wert - zu achten. Das habe nicht nur kurzfristig Vorteile für den Patienten, sondern verhindere auch kardiovaskuläre Komorbidität und frühzeitigen Tod, sagte der Rheumatologe bei der von Abbott unterstützten Veranstaltung beim Kongress. Deutlich spezifischer als der Rheumafaktor sind die Antikörper gegen citrullinierte Peptide (CCP), die Jahre vor dem Krankheitsbeginn nachweisbar sein können. Die Sonografie habe sich als "verlängerter Tastfinger des Rheumatologen" erwiesen. Sie offenbare die Schwellungen an kleinen Gelenken und eigne sich auch zur Verlaufskontrolle bei Erosionen.

TNF-alfa-Hemmer führt zu klinischer Remission

Die Therapie beinhaltet neben Basistherapeutika immer öfter Biologicals. Sie sollte frühzeitig begonnen und engmaschig kontrolliert werden. Vor allem TNF-alfa-Hemmer wie Adalimumab (Humira®) lassen rechtzeitig angewandt klinische Remissionsraten von 50 Prozent erzielen, ein Stopp der radiologischen Progression ist bei zwei Drittel möglich. Diese Substanzen sind nach spätestens sechs Monaten indiziert, wenn die Erkrankung unter konsequenter Basistherapie persistiert, so Gaubitz.

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