Ärzte Zeitung, 18.06.2009

Entzündung der Gelenke schlägt sich auch auf Zähne und Kiefer nieder

Eine Rheumatoide Arthritis verläuft bei gleichzeitiger Parodontitis aktiver

KOPENHAGEN (arn). Zwischen Parodontitis und Rheumatoider Arthritis (RA) gibt es eine Verbindung. Darauf weisen zwei beim Rheuma-Kongress vorgestellte Studien hin.

Check der Zähne ist wichtig bei Rheumatikern.

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Es handelt sich einmal um eine Fall-Kontroll-Studie, in der 25 RA-Patienten mit einer hinsichtlich Alter und Geschlecht entsprechenden Gruppe gesunder Probanden verglichen wurden. Eingangs war der Zahnstatus bei den RA-Patienten erheblich schlechter als bei den Kontrollpersonen, berichtete Dr. Codrina Ancuta vom Rehabilitation Hospital in Iasi in Rumänien. 56 Prozent der Patienten hatten bereits Zähne verloren oder lockere Zähne oder starken Zahnbelag. Auffällig war, dass die RA bei diesen Patienten aktiver war als bei jenen RA-Patienten ohne Parodontitis, sie hatten auch mehr Antikörper gegen zyklische citrullinierte Peptide (CCP).

Interessanterweise führte eine sechsmonatige Therapie mit TNFα-Blockern bei 80 Prozent der RA-Patienten mit Parodontitis zu einer signifikanten Besserung des Zahnzustandes mit Rückbildung von Zahnfleischbluten und Plaques. "Die Biological-Therapie scheint demnach auch Entzündungsprozesse im Kiefer zu blockieren", resümierte Ancuta.

Eine weitere Studie hat ergeben, dass Patienten mit mäßig schwerer bis schwerer Parodontitis ein etwa 2,6-fach erhöhtes Risiko haben, eine RA zu entwickeln. Diese Korrelation galt besonders für Nichtraucher mit Parodontitis, deren RA-Risiko sogar fast um das Neunfache erhöht war, berichtete Dr. Jerry Molitor aus Minneapolis. Zudem hatten RA-Patienten mit moderater bis schwerer Parodontitis signifikant höhere anti-CCP-Spiegel als Patienten mit keiner oder nur leichter Zahnfleischerkrankung. Eine schwere Parodontitis scheint demnach auch ein Risikofaktor für die Entwicklung einer schweren, anti-CCP-positiven RA zu sein.

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