Ärzte Zeitung, 25.02.2010

Bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis sind auch das Herz und das Hirn gefährdet

Einer Psoriasis liegt eine systemische Entzündung zugrunde, genau wie bei Rheumatoider Arthritis. Beides ist schlecht fürs Herz und die Gefäße.

Von Michael Hubert

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Symbolisierter Herzinfarkt. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Rheuma ist für das Herz genauso schlecht wie Diabetes: Beide Erkrankungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko - um etwa das Doppelte im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen. Das hat eine Reihe von Studien belegt, das Wissen darum setzt sich mehr und mehr durch. Weniger etabliert ist die Erkenntnis, dass auch einer Psoriasis ein systemisches Entzündungsgeschehen zugrunde liegt, obwohl sich die Symptome primär an der Haut manifestieren, bei Psoriasis-Arthritis zusätzlich auch an den Gelenken.

Der Zusammenhang von Psoriasis und Gefäßerkrankungen wurde in einer US-Studie mit knapp 3300 Psoriasis-Patienten untersucht (Arch Dermatol 145, 2009, 700). Die Ergebnisse: Psoriasis-Patienten haben ein um den Faktor 1,8 erhöhtes KHK-Risiko und ein 1,7-fach erhöhtes Schlaganfall-Risiko, verglichen mit einer Kontrollgruppe aus 2500 Patienten ohne Psoriasis mit ansonsten entsprechenden Charakteristika.

Doch nicht nur Herz und Hirn leiden unter dem Entzündungsprozess der Psoriasis, haben die Forscher aus Miami herausgefunden. Denn auch das Risiko einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) war bei den Psoriasis-Patienten um das Zweifache höher. Die innerhalb von 20 Jahren erhobenen Daten haben zudem eine 1,9-fach höhere Sterberate ergeben.

Und für Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) gilt: Je stärker die Haut befallen ist, desto größer ist auch das kardiovaskuläre Risiko. Darauf hat Professor Elisabeth Märker-Hermann bei einer Rheuma-Fortbildungsveranstaltung in Wiesbaden hingewiesen.

Weitere Risikofaktoren sind die üblichen Verdächtigen: Diabetes, Hypertonie und Hyperlipidämie. Als unabhängigen Risikofaktor für die Gefäße bei PsA-Patienten hat Märker-Hermann die Hyperurikämie genannt. Sie sei ebenfalls mit der Stärke des Hautbefalls verbunden.
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